Als es noch keine Gärten gab, lebten Herr und Frau Meise profan im Wald. Mauersegler und Hausrotschwänze hielten sich an Felswände, Bachstelzen siedelten an Flüssen. Heute brüten all diese Arten auch mitten in der Stadt: Die Gärten sind zum begehrten Ersatzhabitat geworden, die Hauswände dienen als Felsen; Kiesplätze ersetzen die Flussufer, Hecken und Bäume den Wald. Und der moderne Jungvogel wächst heute statt im modrigen Loch einer ­alten Buche im getäfelten Nistkasten auf.

Letzterer dient den Vögeln allerdings nur dann als optimale Brutstätte, wenn einige Punkte beachtet werden: ­Besonders wichtig ist laut Eva Inderwildi vom Schweizer Vogelschutz, dass der Kasten im Winter heraus­geputzt wird. Entscheidend ist auch die Lochgrösse; bei einem Durchmesser von 26 Millimetern ziehen Blaumeisen ein, bei 30 Millimetern sind es Kohlmeisen, bei 32 Millimetern Kleiber, und bei 45 Millimetern fliegen Stare ein und aus. Das Flugloch muss nach (Süd-)Osten ausgerichtet sein, pralle Sonne macht die Behausung unattraktiv. Und wenn im Frühling die Jungvögel ausfliegen, behält man seine Katze am besten für einige Tage im Haus.