Im Zürichbergwald oberhalb der Stadt Zürich ist der Affe los: Am Montagnachmittag sichtete eine Spaziergängerin einen mittelgrossen Primaten mit langem Schwanz, der vor ihr über den Weg rannte und schliesslich einen Baum hochkletterte. «Es handelte sich eindeutig um einen Affen», gibt die Frau zu Protokoll.

Gesehen wurde das Tier oberhalb des Irchels, in der Nähe der Universität Zürich-Irchel und des Tierspitals. Beim Tierspital hat man dazu keine Informationen: «Bei uns weiss niemand etwas», sagt Eveline Huber. Mehr weiss hingegen der Wildhüter des Gebiets, Bruno Zweifel: «Es ist mir bekannt, dass ein Affe aus einer privaten Haltung entflohen ist», sagt er. Weiteres möchte er dazu nicht sagen. Eine Nachfrage beim Zoo Zürich bringt schliesslich Klarheit: Direktor Alex Rübel bestätigt, dass ein Affe aus dem Zoo ausgebüxt ist. «Es handelt sich um einen jungen Gelbbrust-Kapuzineraffen», sagt er. «Das Tier ist in den Graben des Geheges gefallen und dann entflohen.»

Gelbbrust-Kapuzineraffen stammen aus Brasilien und werden ohne Schwanz rund 40 cm gross. Sie sind Allesfresser und verwenden zum Beispiel Steine, um Nüsse zu knacken. Meldungen über den Verbleib des Tiers nimmt der Zoo Zürich (Tel. 044 254 25 00 oder 077 421 19 03) sehr gerne entgegen.

Mitarbeiter des Zoos Zürich sind laut einer Medienmitteilung auf der Suche nach dem Gelbbrustkapuziner. Dieser heisst Kelso, ist rund 25 cm gross und 1 kg schwer. Der Zoo geht davon aus, dass sich das Tier noch immer im Zürichbergwald aufhält, wohl in der Nähe des Zoos.

Gelbbrustkapuziner werden im Zoo im Rahmen eines Zuchtprogramms für diese sehr seltene Affenart gehalten. Alle Tiere sind Eigentum der brasilianischen Naturschutzbehörde IBAMA und werden in Europa mit dem Ziel gezüchtet, diese in Gruppen bald wieder in den atlantischen Regenwäldern Brasiliens anzusiedeln.

Der junge Affe stellt keinerlei Gefahr für die Spaziergänger dar. Bitte fassen Sie das Tier aber nicht an, sondern melden Sie den Standort (Tel. 044 254 25 00 oder 077 421 19 03) und warten Sie in der Nähe, bis ein Mitarbeiter des Zoos eintrifft.