Seit 2001 legt der Bambushai jährlich zwischen 50 und 80 Eier. Insgesamt 14-mal entwickelte sich daraus ein Babyhai. Anfänglich glaubten die Betreuer, dass Mariechen Spermien aus einer Zeit gespeichert habe, bevor sie in das ­Vivarium des Naturkundemuseums gebracht wurde.

Als im vergangenen Herbst nach einer längeren Babypause der 14. Hai schlüpfte, begann der Leiter des Vivariums an der Speichertheorie zu zweifeln und liess die DNA von Mutter, Baby und zwei älteren Schwestern vergleichen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Übereinstimmung der DNA ist so gross, dass die Beteiligung eines Männchens ­ausgeschlossen werden kann. Bei den Nachkommen handelt es sich um sogenannte Halbklone. Das heisst, das ­gesamte Genmate­rial stammt von der Mutter, ist aber neu ­gemischt.

Jungfernzeugung (Parthenogenese) ist im Tierreich nicht ungewöhnlich. Jedoch kommt sie häufig bei wirbellosen Tieren wie Insekten oder Schnecken vor. In Bezug auf Haie sind bis jetzt zwei Jungfernzeugungen bekannt. Die Jungtiere, ein Hammer- und ein Schwarzspitzenhai, waren aber nicht überlebensfähig. Anders Mariechens Babys: Sieben von ihnen sind zu prächtigen Haien herangewachsen.