Die Apparatur verwandelt schmutzige Brühe mittels Sonnenenergie in Trinkwasser. Im Wärmetauscher wird das Wasser vorgewärmt, im Solarkollektor bei 82 Grad Celsius pasteurisiert. «Das ist ökonomischer, als das Wasser auf 100 Grad zu erhitzen», sagt Projektleiter Lars Konersmann vom Institut für Solartechnik der Hochschule für Technik in Rapperswil. Um Wasser mikrobiologisch zu reinigen, würden bereits 65 Grad reichen.

Das Sowadis genannte System, das täglich bis zu 500 Liter keimfreies Wasser liefern kann, soll in Entwicklungs- und Schwellenländern eingesetzt werden. Weltweit, schätzt die Weltgesundheitsorganisation, haben 900 Millionen Menschen keinen ­Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Bangladesch, Moçambique und Tansania werden bereits die ersten Schweizer Prototypen ge­testet – mit ­Erfolg. «Die so­ziale Akzeptanz ist gross, das Prinzip des Abkochens ist den Menschen vertraut», sagt Lars Konersmann.

Mit 1000 Franken sind die Investitionskosten von Sowadis vergleichbar mit an­deren Wasseraufbereitungs­methoden. Die Vorteile der thermischen Anlage: «Es müssen keine Filter oder UV-Lampen gereinigt oder ausgewechselt werden», so der Projektleiter. Zudem brauche das System keine zusätzliche Energie. Künftig soll Sowadis in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern betrieben werden: auf Märkten, in Schulen und Krankenhäusern.