Am 7. Juli 2009 hob das bemannte Motorsegelflugzeug vom Flughafen Hamburg zu seinem ersten sechsminütigen Flug ab. Entwickelt wurde das Ein-Mann-Flugzeug mit Brennstoffzellen-Antrieb vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Die Antares fliegt laut einer Medieninformation des DLR völlig CO2-frei und ist wesentlich geräuschärmer als andere vergleichbare Motorsegler. Herzstück und grösste Innovation des Seglers ist der Antrieb durch eine hocheffiziente Brennstoffzelle. «Wir haben die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Brennstoffzelle so weit verbessert, dass ein bemanntes Flugzeug damit abheben kann», sagte Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, «damit können wir zeigen, welches Potential in dieser Technologie steckt, auch für Anwendungen in der Luftfahrt.»

Basis der Antares DLR-H2 ist ein Motorsegler der Firma Lange Aviation mit einer Spannweite von 20 Metern. Das Flugzeug hat mit der Brennstoffzelle als Antrieb eine Reichweite von 750 Kilometern und eine maximale Flugzeit von fünf Stunden. Der gegenwärtige Antrieb erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von zirka 170 Kilometern pro Stunde. Der verwendete Kraftstoff ist Wasserstoff, der in einer direkten elektrochemischen Reaktion mit dem Sauerstoff der Luft in elektrische Energie umgewandelt wird. Während der partikelfreien Reaktion entsteht als Reaktionsprodukt nur Wasser. Wird der Wasserstoff durch regenerative Energien hergestellt, fliegt der Motorsegler ohne Ausstoss von CO2.

«Mit dem erfolgreichen Erstflug haben wir zunächst die Flugtauglichkeit der Brennstoffzelle bewiesen, die nächsten Schritte fokussieren nun auf die Effizienzsteigerung und Langlebigkeit der Systeme», sagte Josef Kallo vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik. «Wir haben erst einen Bruchteil der Leistungsfähigkeit dieser Technologie für Luftfahrtanwendungen ermöglicht. Die Antares DLR-H2 wird dazu beitragen diese Potentiale stärker auszuschöpfen.»

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Wenngleich die Brennstoffzelle in absehbarer Zukunft nicht als primäre Energiequelle für den Antrieb von Verkehrsflugzeugen in Frage kommt, stellt sie gemäss dem DLR doch eine interessante und wichtige Alternative zu heutigen Energiesystemen dar. Ziel des DLR ist, Brennstoffzellen unter realen Einsatzbedingungen in der kommerziellen Luftfahrt als zuverlässige Bordstromversorgung einzusetzen. (DLR/sb)