An jeder Teflonpfanne haftet die Mitschuld an der Klimaerwärmung: Bei der Herstellung von Teflon entsteht als Nebenprodukt das Treib­hausgas Fluoroform, auch HFC-23 genannt. «Dieser Fluor­kohlenwasserstoff ist äus­serst umweltschädlich», sagt der ­Atmosphärenchemiker Stefan Reimann von der eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa) in Dübendorf. Ein Gramm entweichendes HFC-23 schädigt den Klimahaushalt mindestens so stark wie eine Autofahrt von zehn Kilometern, und bei der Pfannen­fabrikation wer­den Un­men­gen davon freigesetzt.

Empa-Forscher haben nun aufgedeckt, dass man in Europa genauer hinschauen sollte: Mes­sungen auf dem Jungfraujoch nähren den Verdacht, dass holländische und italienische Produktionsbetriebe ihren HFC-23-Ausstoss nicht korrekt deklarieren. Sie geben «zu geringe Werte» an, vermutet Reimann. Das Hauptproblem liegt jedoch in Fernost: «Fabriken in China und Indien setzen bis zu dreimal mehr Fluoroform frei als europäische Anlagen», sagt Experte Reimann.

Schweiz: Keinen kümmerts

Die kritisierte Teflonfabrikation sei «ein hochkomplexes Thema», bestätigt René ab Egg vom Schweizer Pfannenhersteller Kuhn Rikon. Sein Unternehmen halte sich auf jeden Fall an die geltende Gesetzgebung, sagt der Marketingleiter. Genaueres über die Klima­effekte der Pfannenproduktion kann er allerdings nicht sagen. Denn Kuhn Rikon beziehe Teflon und weitere Kunststoffbeschichtungen von Zulieferbetrieben aus Europa und Asien.

Auch die Grossverteiler verlassen sich auf ihre Lieferanten. «Bei Kochgeschirr aus Asien achten wir auf die Arbeitshygie­ne und die Gesundheit am ­Arbeitsplatz», sagt etwa Coop-Sprecherin Susanne Sugimoto-Erdös. Doch über Klimastandards für solche Produkte sei ihr nichts bekannt.

Trotz den Warnungen der Wissenschaft bleibt die Teflonherstellung von staatlichen Reduktionsvorgaben verschont. Die Uno-Klimakonferenz in Südafrika will zwar die Produktion von Fluorkohlenwasserstoffen mittelfristig um 90 Prozent drosseln. Aber ausgerechnet für HFC-23 soll diese Regelung nicht gelten. Handeln will dagegen die EU-Behörde: Ab 2013 sollen chinesische Teflonfabriken vom Handel mit Emissionszertifikaten ausgeschlossen werden. Ob das an der Problemlage etwas ändern wird, ist völlig unklar.

Es gibt Alternativen

Klimabewusste Konsumenten können bereits heute die Konsequenzen ziehen und auf «grüne» Bratpfannen umsteigen, etwa auf solche «aus Edelstahl oder mit keramischer Antihaftbeschichtung», wie Kuhn Rikon empfiehlt.