Welche dieser Aussagen ist wahr?

Aussage 1
Dass man jemanden anhand des Finger­abdrucks und der Iris eindeutig identifizieren kann, wissen wir spätestens, seit auch die Schweiz biometrische Pässe einführen will. Was viele nicht wissen: Auch die Zunge ist als eindeutig gestaltetes Organ für die Biometrie geeignet. Pass zeigen und Zunge herausstrecken könnte ganz normal werden.

Richtig. Dass die Zunge von Individuum zu Individuum unterschiedliche Muster und Gestalt hat, belegen David Zhang und Mitarbeitende vom Biometrics Research Centre an der Hong Kong Polytechnic University. Ein „Tongue-Print“  könne darum wie ein Fingerprint für biometrische Zwecke genutzt werden.  Die Zunge habe zudem den Vorteil, dass sie schwer gefälscht werden könne... Dass wir nicht so bald am Check-In oder an Grenzübergängen den Beamten die Zunge rausstrecken dürfen, hängt damit zusammen, dass das Geschmacksorgan sein Aussehen je nach Befindlichkeit ändern kann, sie oft gepierct wird und ein Zungenleser schwierig zu konstruieren ist. In Hong Kong arbeitet man dennoch intensiv am Thema weiter, auch im Blick auf medizinische Anwendungen. In der chinesischen Heilkunde baut man sehr stark auf Zungendiagnostik.

Aussage 2
Anders als Kühe sind Pferde zwar keine Wiederkäuer, die gefressenes Gras und Heu wieder aufstossen, um es ein zweites Mal zu kauen und dann zu verdauen. Aber Pferde pflegen, wenn sie zu viel Gras gefressen haben (was immer wieder vorkommt), den «Überschuss» zu erbrechen. So halten sie sich fit.

Anzeige

Falsch. Pferde können praktisch nicht erbrechen. Das verhindert die Form und der Bau ihres  Magens, dessen starker Verschluss und das lange Gaumensegel. Viele gesundheitlichen Probleme der Pferde sind mit diesem Unvermögen verbunden. So sind die Vierbeiner nicht in der Lage, giftige Nahrung rechtzeitig wieder auszuscheiden. Was ziemlich schnell lebensbedrohlich werden kann, wie sich kürzlich in der Nähe Basels gezeigt hat. Mehrere Ponys und Pferde starben, weil ihnen ein wohl gutmeinender Spaziergänger Akazienzweige auf die Weide geworfen hatte. Die werden gern gefressen, lähmen die Tiere aber durch ihr Gift. Hätten die Tiere erbrechen können, wären sie wohl am Leben geblieben.

Aussage 3
Zwillinge haben immer die gleiche Hautfarbe. Auch wenn sich Eltern gemischter Herkunft wohl ab und zu je ein farbiges und ein weisshäutiges Kind wünschen mögen – die Natur verbie­tet solche Paarungen. Schade eigentlich.

Anzeige

Falsch. Es kommt zwar ziemlich selten vor, aber es ist durchaus möglich. Voraussetzung ist, dass beide Eltern gemischter Herkunft und die Zwillinge zweieiig sind. Wird jedes Ei von einem eigenen Spermium befruchtet, können sich in einem Ei die Anlagen für weisse, im andern für farbige Haut kombinieren. In England sind erst kürzlich zwei herzige zwiefarbene Zwillinge zur Welt gekommen.