Sie behaupten, die Gletscher seien in den 1940er Jahren stärker geschmolzen als heute. Wie kommen Sie darauf?
Behaupten ist das falsche Wort. Auf einigen Schweizer Gletschern, wie zum Beispiel dem Aletschgletscher, werden seit 1915 Schneezuwachs und Schmelze systematisch gemessen. Die Auswertung der Mess­ergebnisse zeigt, dass die Gletscher in den 1940er Jahren schneller geschmolzen sind als heute.

Gibt dieser Befund jenen recht, die nicht an die Klimaerwärmung glauben?
Nein, überhaupt nicht. Der rapide Anstieg der Temperatur in unnatürlich kurzer Zeit ist eine Tatsache. Seit rund 150 Jahren ziehen sich die Alpengletscher deutlich zurück. Aber die Temperatur war in den 1940er Jahren tiefer als heute. Der Grund, warum das Eis damals so schnell schmolz, ist in der Sonneneinstrahlung zu suchen. Sie war in jenen Jahren viel intensiver, wie Messungen aus Davos belegen.

Unsere Interpretation für das Phänomen: Es gab damals weniger Schwebestoffe in der Atmosphäre, und die Bewölkung war geringer, sodass mehr Sonnenlicht die Erd­oberfläche erreichte.

Folglich bräuchte man nur genügend Schwebestoffe in der Atmosphäre zu verteilen, um die Klimaprobleme zu lösen?
Das wird in China bereits gemacht, um Regen zu erzeugen. Wettergott zu spielen ist allerdings mit vielen Risiken verbunden. Ein Beispiel: Schwebestoffe landen früher oder später auf dem Boden und ver­dunkeln den Schnee. Weil aber ­dunkle Oberflächen mehr Sonnenstrahlen absorbieren, schmilzt der Schnee schneller.

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