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Die PionierinHeldin des Abfalls

Einfacher als im Abo war Recycling nie. Nadia Wild holt die Wertstoffe beim Kunden.

Nadia Wild holt Recycling-Müll bei den Kunden ab.
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Nadia Wild trägt ein Headset, Piercings, Tattoos und neongelbe Fingernägel. Sie entschuldigt sich gestikulierend für die Verspätung; eigentlich habe sie nur «schnell» das Abblendlicht des Firmenwagens flicken lassen wollen. Die ehemalige Tierambulanzfahrerin düst seit drei Jahren in grüner Mission durch die Stadt: Als «Recycling-Heldin», gemäss Eigenwerbung von Mr. Green, sammelt sie Altglas, Altpapier, Konserven, PET-Flaschen und Batterien.

Gegründet wurde Mr. Green von vier ­Jugendfreunden. Als sie wieder einmal darüber sinnierten, wie praktisch es doch wäre, wenn jemand das Altglas und -papier abholen würde, das sich auf dem WG-Balkon türmte, war die Geschäftsidee geboren: Recycling vereinfachen. Die Kunden schmeissen alle noch verwertbaren Güter, die man sonst kaum sammeln würde, in einen einzigen ­Sack: Plastiktüten und -flaschen, Tetrapackungen, Korken. Mr. oder eben Mrs. Green holt diesen ab und bringt ihn zum Sortieren in den Werkhof. Dort werden Tetrapackungen in Karton, Alu und Plastik zerlegt. Aus Kork entstehen später hochwertige Isolierplatten, aus altem Plastik neue Rohre. Die Geschäfts­idee findet Anklang, alle ihre Kunden seien richtige Fans, sagt Nadia Wild.

Und welches war der seltsamste Fund, den sie je in einem Recyclingsack gemacht hat?, will die Reporterin noch wissen. «Eine Pistole», antwortet Nadia Wild. Aber die sei aus Plastik gewesen. «Wiederverwertbar.»

Mehr Infos

Hier gehts zu Mr Green: www.mr-green.ch

Veröffentlicht am 14. März 2014