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ElektrorollerDie Zukunft summt

Energieverbrauch: 80 Rappen pro 100 Kilometer. CO2-Ausstoss, Lärmemissionen: gegen null tendierend. Elektroroller sind Fahrzeuge mit grosser Zukunft.

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Muss ein Roller brummen? Oder wäre ein leises Summen auch in Ordnung? Das frage ich mich, als ich mich mit dem Vectrix VX-1 zum ersten Mal auf die Strasse wage. Wie von Geisterhand bewegt, fährt der opulente Elektroscooter los, zu hören ist bloss ein feines Surren. Nur beim Bremsen sirrt das Gefährt etwas lauter. Fasziniert verfolge ich auf der Anzeige, wie sich die Batterie dank der Rekuperationsbremse wieder ein bisschen auflädt. Ich biege in die Überlandstrasse ein, der Roller beschleunigt mit viel Kraft – und auch bei 90 Stundenkilome-tern bleibt das Fahrgefühl angenehm. Nach einer halben Stunde Probefahrt weiss ich: Das Brummen kann mir gestohlen bleiben. Das Summen ist viel schöner. So tönt die Zukunft!

Verkehrsexperten sagen den Elektrorollern denn auch eine goldene Zukunft voraus. Sie sind ein perfektes Verkehrsmittel, vor allem für kurze und mittlere Strecken: platzsparend, wendig – und sie produzieren 17-mal weniger Kohlendioxid als ein Mittelklassewagen und 11-mal weniger als ein Motorrad. Dabei benötigen sie nicht einmal viel Strom: Die Energiekosten für 100 Kilometer Fahrt betragen nur 50 bis 80 Rappen.

Trotzdem rollen erst wenige der patenten Scooter auf Schweizer Strassen. Ein Blick auf das aktuelle Angebot zeigt, warum: Es sind überwiegend Elektroroller erhältlich, die maximal 45 Stundenkilometer fahren. Das ist vielen Fahrern für den täglichen Gebrauch zu wenig. Einzig der teure Vectrix VX-1 – er kostet derzeit 13 900 Franken – kann es punkto Motorkraft mit einem herkömmlichen Benzinroller aufnehmen.

Der Hype kommt garantiert

Ein weiteres Problem stellt die Reichweite dar. Elektroroller, deren Akkuladung auch für längere Strecken als 50 Kilometer reicht, sind rar und teuer. Auch das derzeit noch «magere» Angebot an Ladestationen wird oft kritisiert. Heute verkaufen rund 700 Tankstellen und Geschäfte Strom für die Fahrzeuge.

Wer sich aber mit diesen Unannehmlichkeiten abfinden kann, findet eine Reihe interessanter Modelle. «Wir stehen erst am Beginn der Markteinführung», sagt Moritz Christen vom Verkehrs-Club der Schweiz. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis «der grosse Hype» komme, so wie das jetzt beim Elektrofahrrad geschehe. Auch dass viele Elektroroller «made in China» sind oder vorwiegend aus chinesischen Komponenten bestehen, sei nicht «unbedingt ein Problem», glaubt Christen. Gewiss gebe es Qualitätsunterschiede, aber die Entwickler machten Fortschritte. In der Tat haben einige Fahrzeuge aus Fernost mit unserem Qualitätsverständnis nicht viel gemein, wie sich auf Probefahrten rasch zeigt.

Die grösste Angebotslücke aber besteht bei Rollern, die 60 Stundenkilometer und mehr fahren, von guter Qualität und trotzdem bezahlbar sind. «Davon kommen bald mehr auf den Markt», prophezeit Urs Schwegler von New Ride, dem staatlichen Programm zur Förderung der Elektrozweiräder. «Einige Modelle sind schon für die kommenden Monate angekündigt.» Die Zukunft kann also beginnen.

E-Zweiräder: Was beim Kauf zu beachten ist

  • Kaufen Sie das Fahrzeug in einem seriösen Zweiradgeschäft und nicht direkt bei der Importfirma.

  • Fragen Sie im Zweifelsfall bei weite-ren Händlern nach, welche Erfahrungen sie mit dem Modell gemacht haben.

  • Machen Sie ausführliche Testfahrten, um Fahrzeugqualität und maximale Reichweite abschätzen zu können. Viele Händlerangaben sind überhöht.

  • Klären Sie ab, ob das Fahrzeug in der Schweiz zugelassen ist und wie lange die Garantie läuft.

  • Erfragen Sie, wie oft die Batterie geladen werden kann (normalerweise etwa 500-mal) und was eine neue kostet.

  • Klären Sie ab, welchen Fahrausweis Sie benötigen. E-Mofas bis 0,25 kW gehören zur Kategorie M, E-Roller normalerweise zur Kategorie A1 (mit Prüfung). Wer einen Autoführerschein von 2003 oder älter hat, muss meist keine praktische Prüfung absolvieren.

Modelle im Schweizer Handel

  • 6 Modelle
  • Geschwindigkeit: 45/50 km/h
  • Preis: CHF 3200.– bis CHF 6900.–
  • Spezielles: Einlösung der Fahrzeuge nur per Einzelabnahme
  • www.elektroroller-zentrum.ch
Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

  • 2 Modelle
  • Geschwindigkeit: 45 km/h
  • Preis: CHF 4990.–/5990.–
  • Spezielles: 2010 kommt ein schnelleres Modell auf den Markt.
  • www.rg-green-mobility.ch
Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

  • 6 Modelle
  • Geschwindigkeit: 45 bis 60 km/h
  • Preis: CHF 2600.– bis CHF 5500.–
  • www.greenpony.ch
Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

  1. 2 Modelle
  2. Geschwindigkeit: 45 km/h
  3. Preis: CHF 4200.–/5200.–
    www.ioscooter.ch
Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

  • 3 Modelle
  • Geschwindigkeit: 45 km/h
  • Preis: CHF 10 400.– bis CHF 13 000.–
  • Spezielles: Italienisches Produkt, bei der Post in Betrieb
  • www.postscooter.ch
Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

  • 2 Offroad-Motorräder
  • Geschwindigkeit: 70 km/h
  • Preis: CHF 13 265.–/13 860.–
  • Spezielles: Schweizer Produkt, ein Modell auch für die Strasse
  • www.quantya.com
Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

  • 1 Modell
  • Geschwindigkeit: 110 km/h
  • Preis: CHF 13 900.–
  • Spezielles: US-Firma, kräftiger Roller mit Rekuperationsbremse
  • www.vectrix.ch
Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

  • 1 Modell
  • Geschwindigkeit: 60 km/h
  • Preis: ca. CHF 6200.– 
  • Spezielles: Ganz neu, Infos bei 2-Rad Elsener, Zürich, 044 341 77 88
  • www.2radelsener.ch
Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

  • 2 Modelle
  • Geschwindigkeit: 70 km/h
  • Preis: CHF 5990.–/7490.–
  • Spezielles: Ein verbessertes Modell kommt bald auf den Markt.
  • www.vespino.ch
Quelle: Stock-Kollektion colourbox.com

Wetere Infos

www.newride.ch

Veröffentlicht am 27. August 2009