Einfamilienhausbesitzer, die über einen Austausch der bestehenden Heizanlage nachdenken und nach Alternativen suchen, die sich günstiger betreiben lassen, sollten bedenken, dass ein solcher Tausch grundsätzlich nur sinnvoll ist, wenn der vorhandene Öl- oder Gasbrenner weitgehend abgeschrieben ist. Das ist meist nach 10 bis 15 Jahren der Fall.

Schritt 1: Gebäudehülle prüfen.

Steht der Ersatz an, sollte man nicht einfach den Installateur bestellen und eine neue Heizung einbauen lassen. Bevor es an die Evaluation eines Ersatzgeräts geht, muss die Gebäudehülle unter die Lupe genommen werden. Hier liegen grosse Sparpotentiale, die weit über diejenigen einer neuen Heizung hinausgehen: Mit der richtigen Isolation lässt sich der Heizenergieverbrauch eines durchschnittlichen Einfamilienhauses glatt halbieren. Allein durch ein unisoliertes Dach beispielsweise gehen bis zu 20 Prozent der Energie verloren. Gemäss einer Studie des Bundesamts für Energie sind sich viele Hausbesitzer solcher Tatsachen nicht bewusst.

Als Laie lohnt es sich deshalb, einen Energieberater zu bestellen. Dieser nimmt das gesamte Haus sowie die Heizungsanlage unter die Lupe und gibt eine Empfehlung für eine sinnvolle Sanierung ab. So kann es durchaus angebracht sein, die alte Heizung noch einige Jahre weiterzubetreiben, das Geld zuerst in die Verbesserung der Isolation zu stecken und erst dann eine neue, dem wesentlich tieferen Energieverbrauch angepasste Heizung zu bestellen.

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Berechnungen des Centre for Energy Policy and Economics (CEPE) der ETH Zürich zeigen, dass sich Investitionen in die Isolation von Dach, Wand, Kellerdecke und in neue Fenster durchaus lohnen – vor allem wenn sowieso eine Renovation ansteht. Dann fallen beispielsweise Kosten für Gerüst, Farbe, Verputz oder Dachziegel nur einmal an. Kommt dazu, dass finanzielle Beiträge der öffentlichen Hand sowie aus dem Klimarappen-Fonds energetische Massnahmen noch preiswerter machen.

Schritt 2: Heizmodell wählen.

Genügt die Isolation des Hauses oder haben Sie entsprechend nachgerüstet, geht es schliesslich an die Wahl der neuen Heizung. Neben den klassischen Öl- und Gasbrennern behaupten sich dank den hohen Energiepreisen unterdessen auch Systeme auf dem Markt, die noch vor wenigen Jahren nur etwas für überzeugte Umweltschützer waren. Dazu zählen Holzpelletbrenner, Wärmepumpen und Sonnenkollektoren.

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Bei Ihrer Wahl sollten Sie zum einen finanzielle Kriterien, zum anderen Faktoren wie Platzbedarf und Ökologie in Ihre Überlegungen mit einbeziehen. Auch hier ist es sinnvoll, sich fachlichen Rat zu holen – am besten bei einem Energieberater oder -planer. Dieser ist im Gegensatz zum Heizungsinstallateur mit allen auf dem Markt erhältlichen Systemen vertraut. Zudem profitiert er nicht von allfälligen Rabatten, die manche Heizungshersteller den Installateuren geben, wodurch deren Empfehlung beeinflusst werden könnte.

Auf der finanziellen Seite reicht es nicht, einfach die Einkaufspreise für die Energie (Gas, Öl, Strom, Holzpellets) miteinander zu vergleichen. Wichtigster Parameter sind hier die Wärmekosten, also die Kosten, die anfallen, um eine Kilowattstunde Wärme zu erzeugen. Darin eingerechnet sind der Anschaffungspreis der Heizanlage, die Abschreibung, der Unterhalt und der Preis der Energie.

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Recht unterschiedlich fällt der Platzbedarf aus: Während eine moderne Gasheizung einfach an die Wand geschraubt werden kann, benötigen Öl- oder Pelletheizungen zusätzlich Fläche für die Lagerung des Brennstoffs. Bei den Wärmepumpen sind örtliche Auflagen ein wichtiges Kriterium: Steht Ihr Haus beispielsweise in einer Grundwasserschutzzone, ist der Einbau einer Erdsonde nicht möglich.

Auf der ökologischen Seite sollten Sie sich überlegen, ob Sie auf fossile Brennstoffe (Gas oder Öl), nachwachsende wie Holzpellets oder auf Sonnenenergie setzen wollen. Kommt eine Wärmepumpenheizung in die engere Wahl, ist gut zu überlegen, aus welcher Quelle der Strom für den Betrieb der Anlage stammt. Wer hier besonders ökologisch handelt, bestellt den teureren Strom aus Wasserkraft, Windanlagen und Solarzellen, denn der Standardmix enthält immer einen Anteil Strom aus Atomkraftwerken und Kraftwerken mit fossilem Antrieb im Ausland.

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Eine gute Alternative sind Heizungskombinationen: etwa eine Gas- oder Ölheizung, gekoppelt mit einem Sonnenkollektor. Letzterer kann übers Jahr bis zu 60 Prozent des Warmwassers erhitzen und je nach Intensität der Besonnung auch noch einen Teil der Heizleistung übernehmen. Sonnenkollektoren sind auch gut zur Nachrüstung bestehender Anlagen geeignet. Schon für um die 10’000 Franken (ohne Montage) sind Sets, bestehend aus Kollektor, Speichertank und Verbindungsleitung, auf dem Markt erhältlich. Gerade wenn die bestehende Heizung noch nicht sehr alt und gut in Schuss ist, kann so der Verbrauch von Öl, Gas, Strom oder Holzpellets spürbar gesenkt werden.

Verschiedene einfache und oft auch preiswerte Massnahmen zum Einsparen von Heizenergie können Sie sofort umsetzen und damit 15 bis 20 Prozent Energie sparen. Dazu zählen:

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  • Betriebszeiten: Stellen Sie die Heizung so ein, dass sie nachts und dann, wenn niemand im Haus ist, im reduzierten Betrieb arbeitet.

  • Abwesenheit: Schalten Sie Ihre Heizung während längerer Abwesenheiten auf Reduzierbetrieb. Moderne Heizungen haben oft Ferienprogramme, die die Temperatur rechtzeitig auf Ihre Rückkehr wieder hochfahren.

  • Lüften: Gekippte Fenster lassen viel Wärme ins Freie. Besser ist es, dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten alle Fenster zu öffnen und quer zu lüften.

  • Raumtemperatur: Die Senkung der Raumtemperatur um ein Grad spart sechs Prozent Energie. Als Richtwerte gelten: Bad 23 Grad, Wohnzimmer 20 bis 23 Grad, Schlafzimmer 17 bis 20 Grad, Gang 17 Grad, ungenutzte Räume 14 bis 17 Grad.

  • Heizkörper: Achten Sie darauf, dass keine Möbel oder Vorhänge vor Heizkörpern stehen.

  • Heizungsraum: Öl- und Gasheizungen brauchen für die Verbrennung Luft. Ist diese staubig, arbeitet die Heizung weniger effizient. Deshalb lohnt es sich, zu Beginn der Heizperiode den Heizungsraum zu reinigen.

  • Frischluftzufuhr: Eine zu grosse Frischluftöffnung (offenes Fenster) kühlt den Heizungsraum aus und führt zu Wärmeverlusten. Eine Öffnung in der Grösse von ein bis zwei Fäusten reicht.

  • Thermostatventile: Tauschen Sie alte Ventile an den Heizkörpern gegen Thermostatventile. Das bringt mehr Komfort, spart bis zu 20 Prozent Energie, und die Kosten amortisieren sich in ein bis zwei Jahren.

  • Leitungen isolieren: Heiz- und Warmwasserleitungen, die durch kalte Räume (Keller, Waschküche, Garage) führen, sollten unbedingt isoliert sein. Die Materialkosten amortisieren sich in zwei Jahren.

  • Wassertemperatur: Kontrollieren Sie Ihren Boiler. Die optimale Temperatur liegt bei 55 bis 60 Grad.
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Der Energieverbrauch eines durchschnittlichen Einfamilienhauses, das vor 1980 erbaut wurde, lässt sich fast halbieren, wenn man es richtig isoliert. Besonderes Augenmerk gilt dabei folgenden Stellen:

  • Kellerdecke: Eine unisolierte Kellerdecke ist für bis zu zehn Prozent des ursprünglichen Heizenergieverbrauchs verantwortlich. Wird die Decke isoliert, steigt auch der Wohnkomfort im Erdgeschoss, weil der Boden weniger kalt ist.

  • Dach/Estrich: Mit einer Isolation des Dachstocks oder des Estrichbodens lassen sich bis zu 20 Prozent Energie sparen.

  • Thermostatventile: Verfügt Ihre Heizung noch über alte Ventile ohne Thermostat, passt sie sich nicht der herrschenden Raumtemperatur an. Heizt etwa die Sonne ein Zimmer auf, arbeitet die Heizung unnötigerweise weiter. Der Einbau von Thermostatventilen spart deshalb bis zu 20 Prozent Energie. 

  • Fassade: Moderne Isolationsfenster und eine Isolation der Fassade bringen gut 30 Prozent Energieersparnis. 
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