Die Ära der klassischen Glühbirne geht unweigerlich zu Ende. In wenigen Jahren wird sie vom Markt verschwunden sein (siehe Box «Aus für Stromfresser»). Energietechnisch ist das kein Verlust: Glühbirnen wandeln nur fünf Prozent des Stroms in Licht um, der Rest verpufft als Wärme. Bereits mit Energiesparlampen lässt sich der Stromverbrauch deutlich senken. Jetzt erobert aber eine neue Technik den Markt. In wenigen Jahren wurde aus der lichtemittierenden Diode (LED), die zunächst nur als Kontrollleuchte in elektronischen Geräten nützlich war, eine alltagstaugliche Lichtquelle. «Die LED-Technologie wird in den nächsten Jahren mit grosser Sicherheit den Beleuchtungsmarkt nachhaltig verändern», sagt Stefan Gasser, Projektleiter der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (Safe).

Was LED-Leuchten so interessant macht: Die gemessene Lichtleistung pro Watt (Lichtausbeute) hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Mittlerweile stellt sie punkto Energieeffizienz sogar die Sparlampen in den Schatten. Bei der Fahrzeugbeleuchtung und in Taschenlampen ist LED schon heute Standard. Auch als Hintergrund- und Dekorationsbeleuchtung vor allem in Bürogebäuden oder Szenelokalen hat sich LED etabliert.

Im Gegensatz zu den Energiesparlampen geht von LED-Leuchten auch keine problematische hochfrequente Strahlung aus. Die Lichtquelle besteht aus millimeterkleinen Halbleiterkristallen, die durch Strom zum Leuchten gebracht werden. Anders als Halogenlampen geben sie kaum Wärme ab und benötigen im Gegensatz zu Energiesparlampen kein giftiges Quecksilber. Und die Lebensdauer übersteigt jene von Energiesparlampen um ein Vielfaches. Hersteller sprechen bei LED von rund 20 Jahren, bei Energiesparlampen geht man von acht bis zehn Jahren aus. Klassischen Glühbirnen geht je nach Verwendung schon nach einem Jahr das Licht aus.

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Rundumbeleuchtung noch nicht optimal

LED eignet sich vor allem, wenn zielgerichtetes Licht gefragt ist, insbesondere als:

  • Lese-/Nachttischlampe (heute schon preiswerte und gute Produkte erhältlich);

  • Ersatz von Halogenspots in Decken (230 Volt) von Küche, Korridor, Bad et cetera;

  • Ersatz von Niedervolt-Halogenlämpchen (12 Volt).


Schwierigkeiten können jedoch bei dimmbaren Halogenlampen auftreten. Vorsicht ist auch bei der Verwendung bestehender Trafos angesagt. Nicht jeder ist geeignet für den Einsatz von LED. Hersteller vermitteln auf Anfrage Elektrofachhändler, die im Bereich LED über entsprechende Erfahrung verfügen.

Weniger geeignet ist LED derzeit noch als Ersatz für herkömmliche Glühlampen. Punkto Wirtschaftlichkeit und Lichtmenge kommen die aktuellen LED-Produkte nicht an die Rundumbeleuchtung von Energiesparlampen heran.

Im Handel gibt es inzwischen ein beachtliches Sortiment an LED-Lampen, an LED-Birnen mit herkömmlichen Lampenfassungen (E14, E27) oder mit Kontaktstiften für Halogenlampen (Einbauleuchten GU10/230 Volt, Halogenspots G5.3/12 Volt). Doch die Beratung ist oft mangelhaft, das Verkaufspersonal nur schlecht über die Produkte informiert. Die Situation ist unübersichtlich, und die Produkte sind noch teuer. Um ein 25- bis 40-Watt-Halogenlicht zu erzeugen, ist ein LED-Spot mit etwa 3 bis 5 Watt nötig. Solche Spots kosten heute zwischen 40 und 100 Franken.

Ein Problem für Kunden ist, dass Hersteller die Leuchtkraft von LED mit unterschiedlichen Begriffen deklarieren. Die Rede ist von Lumen (Lichtstrom), Watt (Leistung), Lumen pro Watt (Energieeffizienz) oder Candela (maximale Lichtstärke). Unter diesen Begriffen können sich die wenigsten Käufer etwas vorstellen. Deshalb gilt: LED-Leuchten vor dem Kauf im Geschäft unbedingt vorführen lassen. Tipp: Erkundigen Sie sich bei Internetshops unbedingt nach einem Rückgaberecht.

Denn trotz ähnlich lautenden Bezeichnungen über die Helligkeit liefern längst nicht alle LED-Spots genügend Licht. Als Safe im Auftrag des «Kassensturz» zwölf LED-Spots testete, schnitten nur gerade drei Produkte mit «gut» ab. Sie waren Energiesparlampen in Bezug auf Energieeffizienz und Lichtqualität klar überlegen. Zwei erhielten dagegen die Noten «genügend», und sieben waren «ungenügend». Dazu heisst es im Testbericht: «Gute Lichtqualität und höchste Energieeffizienz sind bereits im Handel erhältlich. Die guten Produkte sind aber noch sehr teuer.» Für Privathaushalte rechnet sich damit LED erst in den wenigsten Fällen. Als Faustregel gilt: LED-Leuchten lohnen sich vor allem dort, wo das Licht täglich über mehrere Stunden hinweg brennt.


Schlafzimmer

  • Tipp: LED-Deckenspot 10 Watt; LED-Leselampe 4 Watt
  • Bisher: 40-Watt-Glühbirne Decken­beleuchtung, Leselampe 25 Watt
  • Spareffekt: 80 Prozent


Wohnzimmer

  • Tipp: Stehleuchte 28 Watt (Leuchtstoffröhre), dimmbar; Tischleuchte mit Sparlampe 8 Watt; 2 Deckenspots LED, je 10 Watt
  • Bisher: Halogen-­Stehleuchte, dimmbar; 300 Watt/230 Volt
  • Spareffekt: rund 80 Prozent


Kochen

  • Tipp: LED-Lichtschiene bei Küchenkombination; 2 x 14 Watt
  • Bisher: 4 Einbau­leuchten à 20 Watt
  • Spareffekt: 65 Prozent
  • Tipp: Energiesparlampe als Deckenlicht 15 Watt
  • Bisher: 60-Watt-Glühbirne
  • Spareffekt: 75 Prozent


Essen

  • Tipp: LED-Pendelleuchte 6 x 3 Watt
  • Bisher: Deckenbogen mit Halogenspots; 4 x 50 Watt
  • Spareffekt: rund 90 Prozent


Treppenhaus

  • Tipp: runde Leuchtstofflampe als Wandleuchte 22 Watt
  • Bisher: Wandbeleuchtung 5 x 25 Watt-Halogen­lampen
  • Spareffekt: über 80 Prozent


Haustür

  • Tipp: LED-Aussenleuchte 2 Watt
  • Bisher: Aussen­leuch­te 2 x 40 Watt
  • Spareffekt: rund 95 Prozent


Büro

  • Tipp: Energiesparlampe als Deckenbeleuchtung 15 Watt; LED-Arbeitsleuchte 7,5 Watt
  • Bisher: 60-Watt-Glüh­birne; Arbeitsleuchte 40 Watt
  • Spareffekt: rund 80 Prozent

Das schweizerische Glühlampenverbot von 2009 hatte kaum Konsequenzen. Denn aus dem Markt entfernt wurden damals nur Birnen der schlechtesten Energieklassen (F und G). Die klassische Glühbirne (Energieklasse E) blieb weiterhin erlaubt. Per 1. September 2010 gilt in der Schweiz nun aber das EU-Recht: Verboten werden zunächst jene Glühbirnen, die am meisten Strom verbrauchen. Darunter fallen alle matten Birnen. Gleichzeitig werden auch klare Glühlampen mit mehr als 100 Watt verboten. Bis 2016 werden in weiteren Schritten alle Birnen verschwinden, die nicht den Klassen A oder B angehören.

Weitere Informationen zu LED-Produkten, Herstellern und Tests: