Die meisten Hersteller von Möbeln haben keine Ahnung, aus welchen Quellen das Holz, das sie verarbeiten, genau stammt. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des WWF bei 68 Möbelfabrikanten in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich. Lediglich 13 Prozent der Firmen gaben an, immer zu wissen, woher ihr Holz kommt. Ein Drittel der Unternehmen konnte nicht einmal sagen, aus welcher Weltregion die verarbeiteten Hölzer stammen.

Von den sieben befragten Schweizer Unternehmen kennen fünf nur selten die genaue Herkunft ihrer Hölzer und eines der befragten Unternehmen weiss überhaupt nie, woher sein Holz kommt. Immerhin eine Firma gab an, sie wisse meistens, woher sie das Holz bezieht.

Raubbau nicht nur in den Tropen

Die Studie zeige, so der WWF, dass dem Handel mit illegalem Holz Tür und Tor geöffnet sei. Ein grosser Teil des Holzes werde illegal gewonnen, schreibt die Umweltorganisation in einer Medienmitteilung. In Indonesien liege der Anteil beispielsweise bei 70 Prozent, in Russland bei rund 50 Prozent. Davon lande ein Grossteil auf dem europäischen Markt. Simone Stammbach vom WWF Schweiz ergänzt: «Es wird nicht nur in den Tropen Raubbau betrieben, auch in Osteuropa oder in Finnland wird illegal Holz geschlagen.» Deshalb sei es auch bei Holz aus Europa wichtig, die genaue Herkunft zu kennen.

Der WWF Schweiz fordert nun aufgrund der Studie, dass die Deklarationspflicht für Holzprodukte möglichst gut umgesetzt wird. National- und Ständerat haben einer solchen Deklarationspflicht bereits zugestimmt, ein entsprechender Gesetzesvorschlag wird derzeit vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco ausgearbeitet. Wie genau die Herkunftsdeklaration aussehen wird, ist noch völlig offen. Simone Stammbach: «Beim Massivholz ist eine Deklaration wohl gut machbar, schwieriger wird es aber bei zusammengesetzten Holzprodukten und beim Papier.» Derzeit ist eine Herkunftsdeklaration ausser bei Produkten aus FSC-Holz noch freiwillig.

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