Drinks wie «Flauder», «Valser viva» und «Rhäzünser Plus» kommen bei den Konsumenten bestens an. Seit Markt­ein­führung vor fünf Jahren erzielten die meisten Drinks ein jährliches Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich. Doch sind die Durstlöscher wirklich natürlicher und gesünder als herkömmliche Süssgetränke?

Tatsache ist: In keinem dieser Drinks ist der Fruchtsaftanteil höher als sieben Prozent.
Dafür enthalten die meisten Getränke zugesetzte Aromen, einige auch Konservierungsstoffe. Und Zucker. «Manche Konsumenten glauben zu Unrecht, dass Near-Water-­Getränke kalorienfrei sind», sagt Caroline Bernet von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung in Bern. Der Zuckergehalt beträgt zwei bis fünf Gramm pro Deziliter.

Gesüsst wird meist mit isoliertem Frucht­zucker (Fructose). Und das ist nicht unproblematisch. Denn gesünder als Haushaltszucker ist Fructose nicht: Sie birgt sogar spezielle Risiken. Bernet: «Übermässiger Konsum kann sich negativ auf die Blutfettwer­te auswirken und Arteriosklerose fördern.» Eine neue Studie zeigt zudem, dass die Menge von gesundheitsgefährdendem Cholesterin und Triglyceriden im Blut von Männern (aber nicht von Frauen), die viel Fruchtzucker konsumieren, stark steigt. Ausserdem fördert auch Fruchtzucker Karies und Übergewicht.

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Anders sieht es Gaby Gerber von «Rhäzünser Plus»: «Die Verwendung von Fructose war das Ergebnis der Suche nach einer ernährungsphysiologisch wertvollen Süssung.» Auch Valser setzt weiterhin auf Frucht­zucker. «Valser viva» könne «ebenso bedenkenlos konsumiert werden wie ein Apfel in der Pause», sagt Sprecherin Daniela Köchli. 

«Wasser und ungesüsste Früchte- und Kräuter­tees sind nach wie vor die sinnvollsten Durstlöscher», bilanziert Bernet. Wer dennoch zu einem Near-Water-Getränk greift, sollte einen genauen Blick auf das Etikett werfen: Es gibt nämlich auch Drinks, die keinen Fruchtzucker enthalten und ausschliesslich mit Fruchtsäften gesüsst sind.