Am 16. Oktober ist Welternährungstag. Ein Grund für den WWF, die Lebensmittelverluste der Schweizerinnen und Schweizer unter die Lupe zu nehmen. Das Resultat: Jährlich werfen wir zwei Millionen Tonnen einwandfreier Lebensmittel weg, wie der WWF schreibt. Pro Person und Tag bedeutet dies 320 Gramm Lebensmittel oder fast eine ganze Mahlzeit, die im Müll landet.

Erstmals wurden in einer ETH-Studie detailliertere Resultate erhoben, wie sich der sogenannte Foodwaste zusammensetzt. Die Verluste in der Landwirtschaft werden auf mindestens 13 Prozent geschätzt. Sie gehen hauptsächlich auf das Konto von Früchten und Gemüsen, die auf dem Feld liegen bleiben, weil sie zu gross, zu klein oder zu unförmig sind. In der Verarbeitungsindustrie liegt der Anteil bei 30 Prozent und kommt hauptsächlich durch das Aussortieren «minderwertiger» Waren zustande. Die grossen Verluste fallen nicht im Detailhandel (5 Prozent) und im Grosshandel (2 Prozent) an, sondern beim Endkonsum: 45 Prozent bei den Konsumenten und 5 Prozent in der Gastronomie. 

Verlust ist nicht gleich Verlust

Nicht jeder Lebensmittelabfall ist gleich gravierend. Dazu WWF-Expertin Jennifer Zimmermann: «Es spielt eine Rolle, ob wir einen Salat aus dem eigenen Garten oder Bohnen aus Kenia wegwerfen, die mit grossem Energieaufwand eingeflogen worden sind.» Das Wegwerfen von Fleisch belastet die Umwelt am stärksten, weil dessen Produktion besonders viele Ressourcen braucht: In einem Kilo Fleisch stecken sieben bis 15 Kilo Futtermittel. Mit dem Engagement aller Stufen der Lebensmittelkette könnten wir einen Drittel der heutigen Lebensmittelverluste verhindern und damit jährlich so viel CO2 einsparen, wie 500'000 Autos ausstossen. (WWF)

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Tipps für Konsumenten

  • Vor dem Einkauf einen Blick in den Kühlschrank werfen.

  • Menu planen und Einkaufsliste erstellen.

  • Speisereste als Resten-Rezepte verwerten.

  • Lebensmittel luftdicht verschlossen oder kühl aufbewahren, damit sie länger halten.

  • Frischprodukte lieber häufiger, dafür gezielter einkaufen statt grosse Wocheneinkäufe tätigen, die dann nicht verwertet werden können.

  • Zuerst testen, ob abgelaufene Produkte wirklich nicht mehr geniessbar sind.

  • Grüngut wo möglich in Biogasanlagen oder Kompostierung der Gemeinde bringen.

  • Essensabfälle im Sack und nicht im Abwasser entsorgen. Das Herausholen in der Kläranlage braucht zusätzliche Energie.

Weitere Infos

  • Bericht «Lebensmittelverluste in der Schweiz – Ausmass und Handlungsoptionen», ausgearbeitet vom WWF in Zusammenarbeit mit foodwaste.ch: Download (PDF)
  • Interaktive Grafik zum Schweizer Foodwaste