Nach zwei Schnellabschaltungen des Reaktorblocks 2 des AKWs Beznau innert neun Tagen kommen daran Zweifel auf. Die Worte von Axpo-Sprecher Roland Keller im DRS-1-Regionaljournal zeigen, dass man bei der ersten Schnellabschaltung vom 26. Oktober der Ursache nicht auf den Grund ging. Wörtlich sagte Keller: «Bei der ersten Abschaltung haben wir die Elektronik ausgetauscht, weil wir den Fehler in der Elektronik vermutet haben. Jetzt haben wir das Ganze analysiert und den Fehler gefunden. Es handelt sich um eine Ventildichtung, die wir jetzt auswechseln.»

Schauen, obs nochmals passiert

Bei der ersten Abschaltung wechselte man also – mit dem Segen der Aufsichtsbehörde – in der hochkomplexen Anlage aufgrund einer blossen Vermutung einen Elektronikbaustein aus. Tage später stellte man dann nach der zweiten Schnellabschaltung fest, dass der Fehler ganz woanders lag.

Dass man der Sache selber nicht recht traute, zeigt auch die Aussage von Ensi-Sprecher Anton Treier. Er erklärt, das AKW Beznau habe nach der ersten Abschaltung «diverse Instrumentierungen angebracht, um einen Defekt bei einem allfälligen Wiederauftauchen näher eingrenzen zu können».

Beunruhigendes ergeben auch weitere Recherchen des Beobachters: Bei den gleichen Anlageteilen, den Speisewasserleitungen zu den Dampferzeugern, trat schon im August 2007 ein Defekt auf, der einen Notstopp einleitete.

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