Kürzlich machte Ralph Watzel eine Reise nach Bern. Auf den Leiter des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau von Baden-Württemberg warteten unangenehme Fragen. Denn durch Recherchen des Beobachters war das Schweizerische Bundesamt für Umwelt (Bafu) auf die heikle Sicherheitslage der Sondermüll-Untertagedeponie im Salzbergwerk im deutschen Heilbronn aufmerksam geworden (siehe Artikel «Sondermüll: Aus den Augen, aus dem Sinn»). Dorthin exportiert die Schweiz jährlich rund 20'000 Tonnen giftigen Abfall.

Laut Experten droht ein Umweltdesaster. Ausgerechnet Watzel selbst war es, der den Kritikern Munition lieferte. In einem Vortrag hatte er – als Leiter jener Behörde, die die Heilbronner Deponie bewilligt hat – Fragen zur Sicherheitslage der Anlage aufgeworfen. Monitoringdaten würden zeigen, dass das Bergwerk «versetzt» – sprich stabilisiert – werden müsse. Pikant: Damit wäre die Sicherheitsanforderung für die Untertagedeponie nicht mehr erfüllt, und die Schweiz müsste die Exporte sofort stoppen.

Das Bundesamt für Umwelt war nicht erfreut, erst via Beobachter von den kritischen Monitoringdaten zu erfahren. Watzel wurde deshalb nach Bern zitiert. Doch bisher lieferte seine Behörde nur unzureichende Unterlagen. «Wir verlangen nun eine genaue Begründung, inwiefern die Bedingungen für die Untertagedeponie in Heilbronn weiterhin erfüllt sind», sagt Michel Monteil vom Bafu.

Dem Beobachter schreibt Watzel: «Auch unter Berücksichtigung der vorliegenden Daten ist der Langzeitsicherheitsnachweis für die UTD Heilbronn nicht in Frage gestellt.» Statt diese Aussage zu begründen, gibt er den Ball weiter: «Wir bitten, sich diesbezüglich ans Bafu zu wenden.»