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Doha-KonferenzProfitgier statt Artenschutz

Die UN-Artenschutzkonferenz CITES hat bei Umweltgruppen nicht zu Jubelstimmung geführt. Als grosser Erfolg wird immerhin die Absage an den Elfenbeinverkauf aus Tansania und Sambia gewertet.

aktualisiert am 26. März 2010

Zufrieden zeigen sich Umweltschutzorganisationen darüber, dass an der UN-Artenschutzkonferenz CITES, die am 25. März zu Ende ging, immerhin der Schutz der Elefanten bestätigt wurde. Auch für mehrere Amphibien und Reptilien, die als Heimtiere gehandelt werden, wird es künftig Handelsbeschränkungen geben. «Doch bedrohte Meerestiere wie Roter Thun, Haie und Korallen aber auch Eisbären hätten dringend einen besseren Schutz benötigt. Hier hat ganz klar der kurzfristige Profit über den Naturschutz gesiegt», meint Pro-Wildlife-Sprecherin Daniela Freyer. Übereinstimmend mit anderen Umweltorganisationen kritisiert Freyer die Dominanz der Allianz aus Fischerei-Lobbyisten, Grosswildjägern und Elfenbeinhändlern.

«Die EU hat auf der Artenschutzkonferenz eine gemeinsame Position bezogen und war mit ihren 27 Stimmen in vielen Fällen ausschlaggebend», so Freyer. Lange Debatten habe es etwa beim Elefantenschutz und bei der Frage des Verkaufs von Elfenbein nach den Anträgen von Sambia und Tansania gegeben.

«Obwohl in beiden Ländern Wilderei und Elfenbeinschmuggel grassieren, konnte sich die EU nur gerade zu einer Enthaltung durchringen», meint Freyer. Schlussendlich wurden das Verbot des Handels mit Elfenbein bestätigt und die Anträge von Tansania und Sambia um Rückstufung ihrer Elefantenpopulationen und den Verkauf ihrer Elfenbeinvorräte abgelehnt.

Artenschutz wird Opfer der Wirtschaft

Kritik gab es von Umweltgruppen allerdings in Sachen «Erhaltung der Biodiversität». «Ausgerechnet im aktuellen Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt hat sich die EU hier in Sachen Artenschutz nicht mit Ruhm bekleckert», kritisiert Freyer. «Sie hat ein Handelsverbot für Eisbärenfelle blockiert und mit einem gefährlichen Kompromissvorschlag zur desaströsen Niederlage des Roten Thun beigetragen.»

«Viele glauben, die Natur sei ein Selbstbedienungsladen, doch die Plünderung kann nicht endlos so weitergehen», betont Biologin Freyer. Vermisst wird von nahezu allen Umweltgruppen ein klares Signal gegen den weltweiten Artenschwund.

Kein Schutz für Meerestiere

Eisbär, Blauflossen-Thunfisch, Dorn- Herings-, und Hammerhai sowie weitere Haiarten werden nicht auf den Anhang II der Konvention aufgenommen und daher nicht vor dem kommerziellen Handel geschützt. «Der Artenschutz hat deutlich gegen Fischerei-Interessen verloren», so Ralf Sonntag, Leiter des IFAW in Deutschland. «Thunfisch-Sushi, Haifischflossensuppe und Korallenketten sind ein Milliardengeschäft. Der Schutz kommerziell interessanter Arten scheiterte am organisierten Widerstand Japans und seiner Verbündeten», erklärt Freyer. Das sei kurzfristig gedacht. «Wenn die Überfischung und der Handel ungebremst weitergehen, ist es nicht nur mit den Meerestieren bald vorbei, sondern auch mit dem Profit», warnt die Biologin.

Erst am Dienstag hatten die Konferenzteilnehmer beschlossen, den Handel mit dem Heringshai zumindest zu kontrollieren. Auf einer abschliessenden Abstimmung in der Vollversammlung am Donnerstag wurde der Schutz für die Heringshaie zurückgenommen. Damit ist keine der stark bedrohten Haiarten vor weiterem kommerziellen Handel geschützt. (pte)