Während hier­zulande erst 0,1 Prozent des Strombedarfs aus Windenergie stammen, sind es in der EU bereits 5,5 Prozent, also über 50-mal mehr.

Der Windstromanteil wird sich bis in neun Jahren verdrei­fachen, wie die europäische Windenergievereinigung EWEA laut einem neuen Bericht errechnet hat. Entsprechend werden die Windparks 2020 15,7 Prozent des Stroms liefern, laut einem optimistischeren Szenario gar 18,4 Prozent. Die Zahlen basieren auf den Zielen und Vorgaben der EU und der ­einzelnen Staaten, auf wis­senschaftlichen Modellen sowie auf Marktanalysen. «Die Voraus­sage ist realistisch», sagt Marianne Zünd, Leiterin Kommunikation beim Bundesamt für Energie. «Aber nur dann, wenn der Offshore-Windkraft der Durchbruch gelingt.»

Interessant sind die Unterschiede zwischen den Ländern: In Irland werden im Jahr 2020 laut den Berechnungen ­­52 Prozent des Stroms aus Wind­energie stammen (heute 13), in Dänemark 38 (26), in ­Litauen 18 (2,7), in Rumänien 10 (1,6) und im Binnenland Österreich ebenfalls 10 Prozent (3).

Für die Schweiz erwartet man, dass der Windstromanteil auf 1 bis 2,5 Prozent steigt – je nach Prognose. Laut Zünd sind maximal 7 Prozent möglich, ohne die Landschaftsschutzgebiete zu beeinträchtigen. «Viele glauben, die Schweiz sei kein Windland», sagt Markus Ahmadi vom Branchenverband Suisse Eole. «Dabei können es einige Gebiete durchaus mit den Küsten Norddeutschlands aufnehmen.»