Was die Energieetikett für Kühlschränke oder Autos ist, soll der Gebäudeenergieausweis der Kantone (Geak) für Häuser werden. Auf einer Skala von A («sehr energieeffizient») bis G («wenig energieeffizient») zeigt der Ausweis auf, was Gebäudehülle und die gesamte Energieversorgung des Hauses leisten.

Verantwortlich für die Einführung des Geak sind die Kantone. Sie bestimmen, ob und wann der Ausweis für Hausbesitzer obligatorisch wird. Um die Einführung des Geak zu fördern, hat das Bundesamt für Energie (BFE) bereits im Mai eine einmalige Aktion angekündigt: Die ersten 15’000 Hausbesitzer, so versprach das BFE in einem «Extrablatt für Hausbesitzer», sollten in den Genuss einer Vergünstigung kommen: Für bloss 200 Franken statt 1200 würden sie einen Gebäudeenergieausweis samt Sanierungsberatung durch einen Experten erhalten. Die 1000 Franken Differenz bezahle der Bund.

Wenige Tage vor dem Start der Aktion am 3. August müssen nun aber zahlreiche Hausbesitzer zur Kenntnis nehmen, dass das grosszügige Angebot nicht für alle gilt. Von der Vergünstigung profitieren nur Eigentümer von Häusern, die vor 1990 gebaut wurden. Warum die Spielregeln derart kurzfristig geändert und erst vier Tage vor Beginn der Aktion kommuniziert wurden, vermag im BFE niemand zu sagen. Man müsse die Kräfte gezielt einsetzen, erklärt Mediensprecher Matthieu Buchs einzig: «Und die am wenigsten energieeffizienten Häuser sind halt nicht diejenigen, die vor drei Jahren gebaut wurden.»

Besitzer von zehn oder 15 Jahre alten Häusern werden dies zähneknirschend zur Kenntnis nehmen.