Im Kampf gegen die Klimaerwärmung steht der nächste Redemarathon an: In der Sommer­session Anfang Juni beraten die Parlamentarier in Bern die Revi­sion des CO2-Gesetzes. Sie müssen Nägel mit Köpfen machen: Bis 2020 soll der Ausstoss klima­schädlicher Gase gegenüber dem Jahr 1990 um mindestens 20 Prozent sinken. Das hat der Bundesrat beschlossen.

«Ohne eine griffige CO2-Abgabe wird es nicht gehen», sagt Jürg Heldstab vom Zürcher Büro Infras, das einen Bericht zuhan­den des Uno-Klimasekretariats mitverfasst hat. Die Bilanz des bisher Erreichten ist ernüchternd. Das neuste Inventar des CO2-Ausstosses zeigt, dass die Schweiz im Jahr 2008 mit einem Total von 53,2 Millionen Tonnen über – statt unter – dem ­Referenzjahr 1990 liegt. Damit wird es schwierig, nur schon die Vorgaben des Kyoto-Protokolls einzuhalten, das eine CO2-Reduktion um acht Prozent bis 2012 vorgibt.

Als Erklärung für die hohen Emissionen führt das Bundesamt für Umwelt kühle Wintermonate und ausländische Tanktouristen ins Feld. Dank Gebäudesanierungen, CO2-Abgabe auf Brennstoffe und Mass­nahmen im Ausland, die ans CO2-Inventar angerechnet werden dürfen, seien die Kyoto-Ziele aber erreichbar. Ob sich diese Prognosen erfüllen, werden wir in drei Jahren wissen.

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Sicher ist: Ohne zusätzliche Auflagen werden die längerfristigen Reduktionsziele für 2020 mit Sicherheit nicht erreicht. Zur Diskussion stehen weiter gehende Gebäudesanierungen, eine CO2-Abgabe auf Treibstoffe und Abgaszielwerte für Neuwagen – Vorschläge, die umso umstrittener sind, je höher die Abgaben und je tiefer die Zielwerte sind. «Wir werden sehen, was das Parlament daraus macht», sagt Klimaexperte Jürg Heldstab.