Das Tier des Jahres 2011 pflegt eines unserer kostbarsten Güter: den Boden. Doch die Wirkungsstätte des Regenwurms geht rasant verloren. Pro Sekunde verschwindet in der Schweiz fast ein Quadratmeter Boden unter Neubausiedlungen, Strassen, Parkplätzen oder Industriebauten. Der Boden ist Grundlage für das Wachstum von Wild- und Nutzpflanzen. Mit der Versiegelung des Bodens verlieren nicht nur Regenwürmer sowie unzählige andere Bodenlebewesen ihre Nahrungs- und Lebensgrundlagen, sondern auch der Mensch. Pro Natura möchte mit der Wahl des Regenwurms zum Tier des Jahres 2011 ein Zeichen für die haushälterische Nutzung der endlichen Ressource Boden und den Erhalt intakter Landschaften setzen.

In der Schweiz sind rund 40 Regenwurmarten bekannt. Manche leben in der Streuschicht an der Bodenoberfläche, andere im Wurzelbereich, wieder andere graben sich bis tief in den Unterboden hinab. Die bekannteste Art ist der stattliche Lumbricus terrestris. In der Dämmerung und nachts zieht er Blätter und totes organisches Material von der Bodenoberfläche in seine bis zu drei Meter tiefen Wohnröhren. Beim Anlegen seiner Gangsysteme leistet der unscheinbare Untergrundaktivist Schwerarbeit: Er stemmt bis zum 60-fachen seines Körpergewichtes.

In intaktem Grünland leben bis vier Millionen Regenwürmer pro Hektare. Sie legen Gänge mit einer Gesamtlänge von bis zu 900 Metern pro Kubikmeter an. Diese Röhrensysteme bewirken, dass Regenwasser rasch versickert und der Boden gut durchlüftet wird. Vor allem aber produzieren Regenwürmer bis zu 100 Tonnen wertvollen Humus pro Hektar und Jahr. In ihrem Darm vermischen sie organisches Material mit feinen Mineralteilchen und Mikroorganismen. Das Resultat ist exzellenter natürlicher Pflanzendünger.

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Regenwürmer verbessern nicht nur den Nährstoffgehalt und die Struktur des Bodens, sondern sind auch für zahlreiche Tierarten eine wichtige Proteinquelle. Vögel, Maulwurf, Igel und Frösche sind nur einige seiner Fressfeinde. Durch seine gewaltigen Leistungen bis über den Tod hinaus bildet das Tier des Jahres 2011 quasi das Rückgrat intakter Ökosysteme. (Pro Natura)

In gesunden Böden steckt der Wurm drin

Weltweit sind heute über 3000 Regenwurmarten bekannt. In der Schweiz kommen rund 40 verschiedene Arten vor. Der bekannteste darunter, der Regenwurm schlechthin, ist der Lumbricus terrestris, das Tier des Jahres 2011 von Pro Natura.

Er lebt in Wald-, Wiesen- und Ackerböden und gräbt mehrere Meter tiefe, nahezu senkrechte Wohnröhren. Der Lumbricus terrestris ist beachtliche 12 bis 30 Zentimeter lang. Seine vordere Körperpartie ist zum Schutz vor UV-Strahlen rot-braun gefärbt.

Alle Regenwürmer sind Zwitter, haben also sowohl Hoden als auch Eierstöcke. Geschlechtsreife Regenwürmer unterscheiden sich von Jungtieren durch den so genannten Gürtel, eine Hautverdickung im vorderen Drittel des Körpers. Regenwürmer kommen in der ganzen Schweiz vor.

Neben zahlreichen Fressfeinden ist der Mensch die grösste Gefahr für den stillen Schaffer im Erdreich. Übermässiges Düngen, Pflügen oder Fräsen des Bodens verkleinert den Wurmbestand. Schwere landwirtschaftliche Maschinen verdichten den Boden. Am krassesten bedroht die zunehmende Überbauung von Kulturland den Regenwurm. Unter Asphalt und Häusern gibt es für das Tier des Jahres 2011 kein Überleben.

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