Beobachter: Ist die geltende Regelung für ökologische Ausgleichsflächen ein Flop?
Conrad Widmer:
Nein, denn sie hat zu einer extensiveren Nutzung der landwirtschaftlichen Nutzfläche beigetragen. Aus den Evaluationsergebnissen wurden nun die Konsequenzen gezogen. Durch Zielvorgaben und zusätzliche finanzielle Anreize soll das Ziel – die Erhaltung der Artenvielfalt – noch besser erreicht werden.

Beobachter: Nun wird mit einer Ökoqualitätsverordnung und noch mehr Beiträgen nachgebessert. Warum haben Sie nicht die Kriterien allgemein verschärft?
Widmer:
Die Bauern haben die bisherigen Auflagen erfüllt. Hingegen war der Anreiz zu gering, auf wirklich qualitativ wertvolle Ökoflächen hinzuarbeiten und diese auch ökologisch sinnvoll anzulegen. Mit einer Verschärfung der Vorschriften wären extensiv genutzte Flächen vielleicht wieder intensiver bewirtschaftet worden.

Beobachter: Reicht eine Kontrolle der Ökoqualitätsflächen innerhalb von sechs Jahren?
Widmer:
Der Kontrollaufwand muss verhältnismässig bleiben. Da sich die biologische Vielfalt dieser Flächen erfahrungsgemäss nicht schlagartig ändert, reicht eine Kontrolle innert sechs Jahren. Die Grösse der Flächen und deren Anlage am gemeldeten Ort werden jährlich kontrolliert.

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