Ältere Motorräder stossen innerorts mehr als das 200-fache an Kohlenwasserstoffen aus als ein gleich altes Auto mit Benzinmotor. Um diesen Missstand zu beheben, wurden 2006 in der Schweiz neue Abgasvorschriften eingeführt. Sie haben dazu geführt, dass die Industrie die Technologien zur Abgasnachbehandlung stark verbessern mussten. Nun wollte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) wissen, ob diese sogenannte Euro-3-Vorschrift auch wirklich etwas gebracht hat. Es beauftragte die Empa, die neuen Motorräder genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Resultate der Studie liegen nun vor. Das BAFU schreibt in einer Medienmitteilung, die Motorräder seien dank der Euro-3-Norm massiv sauberer geworden. So stiessen die Zweiräder der neuen Generation 5- bis 15-mal weniger CO2 aus als die alten Modelle, drei- bis sechsmal weniger Kohlenwasserstoffe und zwei- bis viermal weniger Stickstoffe. Allerdings zeige die Untersuchung auch, dass die Motorräder noch immer nicht alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen: Nur gerade drei der insgesamt zehn untersuchten Fahrzeuge hielten im Test die gesetzlichen Grenzwerte ein.

Im Vergleich zu den Autos zeigt sich, dass auch die modernen Töffs und Vespas noch immer massiv im Hintertreffen liegen. Selbst die neusten Zweiräder stossen fast doppelt so viel CO2 aus wie ein Auto. Bei den Kohlenwasserstoffen liegen die Emissionen gar 20-mal höher. Nur bei den Stickoxiden seien die Motorräder den Autos etwa ebenbürtig, schreibt das BAFU. Nun sei es an den Herstellern, Lösungen aufzuzeigen, fordert das Bundesamt.