Insgesamt wurden im Jahr 2007 51,3 Millionen Tonnen CO2 und andere Treibhausgase ausgestossen. Dies geht aus dem aktuellen Treibhausgasinventar hervor, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mitteilte. Besonders markant war der Rückgang bei den Brennstoffen, also vor allem beim Heizöl: Hier verringerte sich der Ausstoss gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent. Die Emissionen aus den Treibstoffen (Benzin und Diesel) hingegen stiegen 2007 nochmals um zwei Prozent an.

Dank hohem Heizölpreis weniger Emissionen

Als Hauptgrund für den Rückgang der Brennstoff-Emissionen nennt das Bafu die Verteuerung des Heizöls. Die Preise stiegen allein 2007 um über 30 Prozent an, seit 2004 sogar um 62 Prozent. Daneben wirkten sich auch die sehr milden Temperaturen im Winter 2007 positiv auf die Treibhausgas-Emissionen aus, sowie die verstärkte Nutzung von alternativen Energien. Die CO2-Abgabe auf Brennstoffe kann in diesem Zeitraum keine Wirkung gezeigt haben, sie wurde erst am 1. Januar 2008 eingeführt.

Bei Benzin und Diesel zeigt sich, dass die geringe Verteuerung durch den Klimarappen den Verbrauch nicht zu senken vermag. Das Bafu geht davon aus, dass bei den Treibstoffen vor allem das starke Wirtschaftswachstum im Jahr 2007 die Treibhausgasemissionen in die Höhe trieb, weil die Transporte zunahmen. Zudem stiegen die Benzinpreise viel weniger stark als die Heizölpreise. Hinzu kommt, dass 2007 erstmals der Tanktourismus markant zunahm, da die Dieselpreise in der Schweiz niedriger waren als in Deutschland.

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Kyoto-Ziel wird wohl erreicht – dank dem Wald

Das Bafu nimmt aufgrund dieser Entwicklung an, dass die Schweiz ihr Kyoto-Ziel erreichen wird. Gemäss dieser internationalen Verpflichtung muss die Schweiz den Treibhausgas-Ausstoss zwischen 2008 und 2012 gegenüber 1990 um acht Prozent senken. Das wird ihr allerdings nur gelingen, wenn die zugekauften Emissionszertifikate und die Senkenleistung des Waldes angerechnet werden. Hierbei wird geltend gemacht, dass die Holzvorräte im Wald seit 1990 zugenommen haben und damit viel CO2 gebunden werden konnte.

Die Zahlen aus dem Jahr 2007 zeigen, wie stark sich die Ölpreise auf die Emissionen auswirken. Nicht umsonst fordern der WWF und andere Umweltorganisationen seit Jahren die Einführung einer CO2-Abgabe auch auf Benzin und Diesel, und zwar in der Grössenordnung von etwa 30 Rappen pro Liter. Nur so könne verhindert werden, dass die jährliche Zunahme der Emissionen auf den Strassen weiter anhalte. Die Einführung einer solchen Abgabe ist indes im Parlament zurzeit chancenlos; erst gestern machte der «Tages-Anzeiger» bekannt, dass Bundesrat Moritz Leuenberger die Einführung einer solchen Benzinabgabe definitiv fallen lassen will.

CO2-Emissionen weltweit: Keine Entwarnung

Zwischen 1990 und 2007 haben gemäss Bafu die weltweiten CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern und industriellen Prozessen um 34 bis 38 Prozent auf über 32 Milliarden Tonnen CO2 zugenommen. Dazu kommen zirka 20 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente aus den Emissionen von Methan, Lachgas, synthetischen Gasen und aus der Abholzung.

Lag die Zunahme der CO2-Emissionen zwischen 1990 und 1999 noch bei etwa einem Prozent pro Jahr, so stieg sie in der Periode 2000 bis 2007 auf 3,5 Prozent pro Jahr. Diese Zunahme ist stärker als das ungünstigste Szenario, das der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) seinen Prognosen zugrundegelegt hat und daher sehr besorgniserregend, wie das Bafu festhält. Die momentane Weltwirtschaftskrise werde wahrscheinlich zu einer Reduktion dieser hohen Wachstumsraten führen.

Die fünf weltweit grössten Emittenten, China (24 Prozent der globalen CO2-Emissionen), USA (21 Prozent), EU-15 (zwölf Prozent), Indien (acht Prozent) und Russland (sechs Prozent), sind für fast drei Viertel der globalen CO2-Emissionen verantwortlich.