Das Kyoto-Protokoll schrieb vor, dass die Industrieländer die Emissionen der wichtigsten Treibhausgase bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 senken. Insgesamt werden Vertreterinnen und Vertreter von 192 Staaten in Kopenhagen verhandeln, darunter auch Schwellenländer wie China und Indien.

Von der ersten Weltklimakonferenz bis zum UNO-Gipfel in Kopenhagen - eine kurze Geschichte der Klimapolitik:

1979: Erste Weltklimakonferenz
Die Regierungen der Welt werden aufgefordert, «potenzielle von Menschen verursachte Änderungen im Klima, die sich nachteilig auf das Wohl der Menschheit auswirken könnten, zu verhindern.»

1988: Einsetzung des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change/ Zwischenstaatlicher Sachverständigenausschuss für Klimaänderung)
Das Panel soll den wissenschaftlichen, technischen und sozio-ökonomischen Kenntnisstand über Ursachen und Folgen einer globalen Klimaveränderung evaluieren.

1990: Erster Lagebericht des IPCC
Erste Bestandesaufnahme zum vorhandenen Wissen über Klimasysteme und Klimawandel sowie dessen Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.

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1990: Zweite Weltklimakonferenz
137 Staaten und die EU verabschieden eine Schlusserklärung mit Prinzipien, die später Eingang in die Klimakonvention finden. Es sind dies: der Klimawandel «als ein die gesamte Menschheit betreffendes Problem», die «gemeinsamen aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten» der Länder von unterschiedlichem Entwicklungsstand; die nachhaltige Entwicklung sowie das Vorsorgeprinzip.

1992: Umweltgipfel von Rio de Janeiro
Am so genannten «Erdgipfel» von Rio de Janeiro wird am 4. Juni 1992 das «Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen» zur Unterzeichnung durch die Staaten aufgelegt. Die Klimakonvention tritt im März 1994 in Kraft, nachdem sie von 50 Staaten ratifiziert wurde. Das Ziel der Konvention ist es, «die Treibhausgaskonzentrationen auf einem Niveau zu stabilisieren, auf welchem eine gefährliche Störung des Klimasystems durch den Menschen verhindert wird.»

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1995: Zweiter Lagebericht des IPCC
Der von rund 2000 Wissenschaftlern und Experten aus aller Welt verfasste Bericht kommt zum Schluss, dass es einen erkennbaren Einfluss des Menschen auf das globale Klima gibt.

1995: COP1, Berlin
Verabschiedung des Berliner Mandats, das Gespräche über neue Verpflichtungen einleitet.

1996: COP2, Genf
Die Regierungsvertreterinnen und –vertreter bekräftigen die Notwendigkeit eines Zusatzprotokolls zur Klimakonvention, das verbindliche quantitative Ziele festlegt.

1997: COP3, Kyoto
Über 5000 Vertreter von Regierungen, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien nehmen an dieser Konferenz teil, die am 11. Dezember 1997 zur Verabschiedung des Protokolls von Kyoto führt. Damit ist die Grundlage für eine international verbindliche Emissionsreduktionspolitik gelegt. Das Protokoll tritt im März 2005 in Kraft, nachdem es von mehr als 55 Staaten ratifiziert worden ist, die für 55 Prozent der CO2-Emissionen der Industrieländer verantwortlich sind.

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1998: COP4, Buenos Aires
Das Kyto-Protokoll enthält zahlreiche Bestimmungen, die noch konkretisiert werden müssen. In Buenos Aires wird ein umfangreicher Aktionsplan («Buenos Aires Plan of Action») verabschiedet.

1999: COP5, Bonn
Zahlreiche Vertragsstaaten der Konvention fordern seine planmässige Umsetzung bis im Jahr 2000, damit das Kyoto-Protokoll zehn Jahre nach dem "Erdgipfel" von Rio in Kraft treten kann.

2000: COP6, Den Haag
Die Fronten verhärten sich bei den umstrittensten Punkten (Anwendung der flexiblen Mechanismen und der Kohlenstoff-Senken, Kontrolle der Einhaltung der Länderverpflichtungen, Unterstützung der Entwicklungsländer im Rahmen des Kyoto-Protokolls). Die Konferenz muss ohne klares Ergebnis vertagt werden.

2001: Dritter Lagebericht des IPCC
Der Bericht bekräftigt die früheren Befunde des IPCC. Er hält darüber hinaus fest, dass die weltweite Erwärmung seit den 70er-Jahren allein durch die natürlichen Schwankungen des Klimas nicht mehr erklärt werden kann.

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2001: COP6, Bonn
Die Verhandlungen stehen unter einem negativen Vorzeichen: Die USA als grösste Verursacher von Treibhausgasen haben im Frühjahr erklärt, dass sie das Kyoto-Protokoll nicht ratifizieren werden. Schliesslich einigt man sich auf die wesentlichen Anwendungsgrundsätze.

2001: COP7, Marrakesch
Die Vereinbarung von Bonn wird in konkrete Beschlüsse gefasst. Das politische Signal ist deutlich: Auch ohne die USA will die Staatengemeinschaft eine verbindliche Politik zum Schutz des Klimas. Der Weg zur Ratifizierung und damit zum Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls ist frei.

2002: COP8, New Delhi
Detailbestimmungen zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls werden bereinigt. Für das Inkrafttreten des Protokolls fehlt noch die Ratifikation durch Russland. Es finden erste kontroverse Diskussionen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern über mögliche Ziele für die Zeit nach Ende der ersten Verpflichtungsperiode (2008 bis 2012) statt.

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2003: COP9, Mailand
Für das Inkrafttreten des Protokolls fehlt nach wie vor die Ratifikation durch Russland. Die Verhandlungen konzentrieren sich auf Fragen der Umsetzung. Diskussionen über Ziele und Prioritäten für die Zeit nach Ende der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls sind nur im informellen Rahmen möglich.

2004: COP10, Buenos Aires
Die Ratifikation durch Russland ermöglicht das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls im Februar 2005. Damit erhalten die Verpflichtungen des Protokolls verbindlichen Charakter. Allerdings lehnen die USA, Indien und die Mitgliedstaaten der OPEC die Diskussion von Klimaschutzverpflichtungen nach 2012 kategorisch ab. Man beschliesst, die Diskussion über die Zukunft der internationalen Klimapolitik im nächsten Jahr aufzunehmen.

2005: COP11/MOP1, Montreal
Die COP11, gleichzeitig die erste Tagung (MOP1) der Vertragsparteien des Kyoto-Protokolls, verabschiedet sämtliche Modalitäten für die Umsetzung des Protokolls. An der Konferenz wird ein Prozess in die Wege geleitet, der die Verpflichtungen der Länder nach 2012 festlegen soll.

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2005: Erste Bilanz zum Kyoto-Protokoll
Gemäss Artikel 3.2 des Protokolls von Kyoto müssen die Industrieländer nachweisen, dass sie bis Ende 2005 Fortschritte gemacht haben bei der Umsetzung ihrer Verpflichtungen. Der Zwischenbericht der Schweiz wird im Dezember 2005 eingereicht.

2006: COP12/MOP2, Nairobi
Die teilnehmenden Länder einigen sich auf eine Arbeitsplanung für die Festlegung der Emissionsreduktionsziele der Industriestaaten für die Zeit nach 2012. In seiner Rede schlägt Bundespräsident Moritz Leuenberger eine weltweite CO2-Abgabe zur Finanzierung der Anpassungsmassnahmen in Entwicklungsländern vor.

2007: Vierter Lagebericht des IPCC
Laut IPCC können die durchschnittlichen Temperaturen weltweit bis 2100 um 1,8 bis 4 Grad ansteigen. Der Bericht zeigt, dass die aktuellen Massnahmen nicht ausreichen, um die Treibhausgasemissionen im nötigen Umfang zu reduzieren.

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2007: COP13, Bali
Ziel der Gespräche ist eine Einigung auf die so genannte Bali-Roadmap, die als Fahrplan für die Verhandlungen über das klimapolitische Regime nach 2012 (post-Kyoto) dienen soll. Mit der Roadmap legen die Staaten den Fahrplan der künftigen Verhandlungen fest.

2008: COP14, Posen
In Posen loten die Delegierten Wege aus, wie die USA und die Schwellenländer China, Brasilien und Indien besser in das internationale Klimaregime eingebunden werden können. Man einigt sich auf ein ehrgeiziges Arbeitsprogramm, damit Ende 2009 in Kopenhagen ein neues griffiges Klimaabkommen verabschiedet werden kann.

2009: «Climate Change Talks», Bonn
In Bonn werden am 1. Juni die Verhandlungen um ein neues UNO-Klimaabkommen konkret. Ziel ist es, im Dezember 2009 in Kopenhagen ein neues Abkommen zu verabschieden.

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2009: Dritte Weltklimakonferenz, Genf
Die dritte Weltklimakonferenz von Genf beschliesst am 3. September die Schaffung eines globalen Netzwerks für Klimainformationen.

2009: «Barcelona Climate Change Talks», Barcelona
An den Klimaverhandlungen in Barcelona Anfang November werden bei Fragen betreffend die Anpassung an die Klimaänderung Fortschritte erzielt. Wegweisende Entscheide über die Emissionsreduktionen kommen bei der Bereinigung der Verhandlungstexte allerdings keine zustande.

Quelle: Bundesamt für Umwelt (BAFU)