Gewässerschutz kommt vor Luxusvillen: Das entschied das Schwyzer Verwaltungsgericht im Fall der seit Jahren heftig umstrittenen geplanten Wohnüberbauung «Nuolen See» in der Gemeinde Wangen SZ am oberen Zürichsee.

Das schweizweit tätige Kiesunternehmen Kibag beabsichtigt, in der Nuoler Bucht sein Kies- und Betonwerk abzubrechen und rund 60 Lu­xus­wohnungen sowie einen neuen Bootshafen zu realisieren (Beobachter Nr. 16/2010).

Gegen das Vorhaben wehrten sich die lokale Organisation Ripa inculta, der Rheinaubund und Anwohner. Sie kritisierten, für das Projekt müssten rund 25'000 Quadratmeter Land aufgeschüttet werden, und das verstosse gegen das revidierte Gewässerschutzgesetz.

Das sieht nun auch das Schwyzer Verwaltungsgericht so. Es lehnte Ende September die Aufschüttung zweier sogenannter «Test­ufer» zur vorläufigen Gestaltung der Bucht ab. Die geplante Überbauung sei nicht standortgebunden und widerspreche deshalb dem Gewässerschutzgesetz. Die Kibag will den Entscheid beim Bundesgericht anfechten.

Kibag trat ein Stück Land ab

Das jahrelange Seilziehen um die Gestaltung der Nuoler Bucht – eine erste Abstimmung über den entsprechenden Zonenplan fand bereits im Jahr 2000 statt – hat für Wangen immerhin einen positiven Aspekt: Um für das Projekt «Nuolen See» Stimmung zu machen, trat die Kibag der Gemeinde ein 1100 Quadratmeter grosses Stück Land für eine Badi ab – unwiderruflich und unabhängig davon, ob die Überbauung realisiert werden kann.