Vorweg: Nicht alles, was der Mieterschaft missfällt, ist auch tatsächlich ein Schaden. Eine Wohnung ist erst dann mangelhaft, wenn sie nur eingeschränkt oder gar nicht bewohnt werden kann.

Das Mietrecht unterscheidet dabei zwischen schweren, mittleren und leichten Mängeln. Ein schwerer Mangel liegt vor, wenn dem Mieter ein Verbleiben in der Wohnung kaum oder gar nicht zugemutet werden kann. Zum Beispiel in einer Wohnung, die im Winter nicht wärmer als 17 Grad wird. Es genügt aber auch, wenn nur Teile der Wohnung nicht bewohnbar sind.

Bei einem mittelschweren Mangel kann zwar in der Wohnung gewohnt werden, die Mieter werden aber in deren Nutzung erheblich gestört. Häufig äussert sich dies in einer Komforteinbusse. Klassische Fälle von mittleren Mängeln sind zum Beispiel eine defekte Waschmaschine, ein kaputter Kühlschrank oder Ungeziefer. Auch lärmende Nachbarn gelten - juristisch gesehen - als mittlerer Mangel.

Dann gibt es auch noch leichte Mängel. Sie beeinträchtigen die Benutzung der Wohnung kaum oder nur sehr geringfügig. Dazu gehören defekte Sicherungen, kaputte Glühbirnen, verstopfte Abläufe oder tropfende Wasserhähne.

Die meisten Mietverträge verpflichten die Mieter zur Behebung kleinerer Mängel. Das ist zulässig, solange die Mieter den Mangel ohne besonderes Fachwissen selber beheben können, und die Kosten einen Betrag zwischen 100 und 200 Franken nicht übersteigen.

Beim Einzug auf Mängelliste bestehen

Wer eine neue Wohnung bezieht, sollte unbedingt darauf achten, dass bei Mietantritt eine Mängelliste erstellt wird. Nur so werden klare Verhältnisse geschaffen. Je aussagekräftiger das Antrittsprotokoll, desto besser für die Mieterschaft.

Es besteht aber kein Anspruch auf sogenannte Schönheitsrenovationen. Eine vergilbte Wand oder einen fleckigen Teppich muss man meist akzeptieren. Häufig werden Mängel erst Tage nach dem Einzug festgestellt. Solche Mängel müssen nachträglich angemeldet werden. Die Frist dafür ist kurz: Je nach Mietvertrag hat man 10 bis 30 Tage Zeit.

Schäden durch Einbruch

Für Schäden, die unbekannte Dritte, zum Beispiel Einbrecher, verursachen, können Sie als Mieter in der Regel nicht zur Kasse gebeten werden. Bricht ein Einbrecher beispielsweise die Wohnungstür auf und verursacht damit einen Sachschaden von mehreren hundert Franken, muss der Vermieter die Reparaturkosten berappen. Nur wenn es sich um einen geringfügigen Schaden handelt, müssen Sie für dessen Behebung aufkommen.

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Mängel? So Wehren Sie sich!

  • Beharren Sie auf der Erstellung eines Antrittsprotokolls
  • Halten Sie Mängel oder kleine Schäden detailliert fest
  • Vereinbaren Sie mit dem Vermieter eine verbindliche Frist, innert der die Mängel zu beheben sind

Als Mieter haben Sie folgende Rechte:

  • Beseitigung des Mangels
  • Herabsetzung des Mietzinses
  • Schadenersatz
  • Recht auf vorzeitige Kündigung
  • Recht auf Hinterlegung des Mietzinses

So gehen Sie richtig vor:

  • Melden Sie dem Vermieter die Mängel mit eingeschriebenem Brief
  • Setzen Sie dem Vermieter eine angemessene Frist zur Behebung der Mängel. Kündigen Sie ihm an, dass Sie die Mietzinse nach Verstreichen der gesetzten Frist bei der Schlichtungsstelle hinterlegen werden
  • Machen Sie dem Vermieter schriftlich ein Angebot über eine Mietzinsreduktion
  • Können Sie sich mit dem Vermieter nicht über die Höhe der Mietzinsreduktion einigen, wenden Sie sich an die Schlichtungsbehörde für Mietsachen
  • Wollen Sie den Mietzins hinterlegen oder den Mietvertrag gar künden, sollten Sie sich einen Anwalt nehmen