Obwohl viele Unternehmen in der Krise Kosteneinsparungen durch Kurzarbeit erreichen wollen, sollten sie sich davor hüten, bei einem weiteren Ausbleiben von Aufträgen hochqualifiziertes Personal übereilt zu entlassen. Schliesslich kommt nach jeder Abschwung- auch wieder eine Aufschwungphase, in der dann gut ausgebildete Fachkräfte Mangelware sind. Um ein Abwandern von Mitarbeitern zur Konkurrenz zu vermeiden, warnen Experten davor, dass das Management eine negative Stimmungslage im Unternehmen erzeugt.

«Man darf nicht vergessen, dass Kurzarbeit ein pragmatischer Zugang ist, der sicherstellt, dass gute Fachleute bei einem Abschwung nicht sofort gehen müssen. Fakt ist aber auch, dass viele Unternehmen falsch aufgestellt und unflexibel sind. Gerade jetzt muss man Fachkräfte so lange wie möglich halten», unterstreicht Bernhard Weidinger, Managing Partner des Projekt- und Prozessmanagement-Spezialisten Next Level Consulting. Laut dem Branchenkenner ist es unter den gegebenen Umständen denkbar, dass spätestens in zwei bis drei Jahren wieder händeringend qualifizierte Mitarbeiter gesucht werden, die dann jedoch schon längst bei der Konkurrenz untergekommen sind.

Fachleute der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG raten Betrieben, die wegen Rezession und Finanzkrise ins Straucheln gekommen sind, bereits im Vorfeld bestehende Strukturen im Personalbereich zu analysieren und dann zu handeln. Zu kurzfristigen Sofortmassnahmen zählen unter anderem Urlaubsrückstände aus dem Jahr zuvor oder bestehende Zeitguthaben abzubauen. Oberstes Ziel sollte bei allen Entscheidungen aber in jedem Fall die Erhaltung des aufgebauten Personalpotentials sein. (pte/27.03.2009)

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