Die Schweizer Bevölkerung macht sich keine Illusionen: 97 von 100 Personen stimmen dem Satz «Das Gesundheitswesen wird immer teurer» zu. Ausserdem finden drei Viertel, das System sei «nicht mehr bezahlbar».

Dies sind zwei Ergebnisse einer nationalen Umfrage unter 1220 Personen, die das GfS-Forschungsinstitut im Auftrag der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften durchführte.

Trotzdem ist der Sparwille bei Herrn und Frau Schweizer mässig verbreitet. 45 Prozent der Befragten wollen wenig bis nichts davon wissen. Nur 19 Prozent sind «sehr einverstanden», dass im Gesundheitswesen gespart werden muss.

Als wichtigste Sparmassnahme werden tiefere Arztlöhne genannt, gefolgt von einer Beschränkung teurer Verfahren, einer stärkeren Selbstbeteiligung der Kranken sowie einer Reduktion der Anzahl Spezialärzte. Gar nicht erwünscht ist ein Abbau von Spitalbetten oder von SpitexDiensten.

82 von 100 Personen sind im Gegenzug der Auffassung, die Schweiz habe «heute die leistungsfähigste Medizin aller Zeiten». Dennoch gibt es Kritik. Das System sei zu wenig menschlich, heisst es. Statt eine Person ganzheitlich zu betrachten, stehe das kranke Organ im Vordergrund. Die Wünsche der Befragten: mehr Pflegepersonal, mehr Alternativmedizin und mehr Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten.

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