Die wenigen Uberlebenden des Spezialteams können sich mit letzter Kraft in das alte Herrenhaus flüchten. Doch auch dort werden sie von virusverseuchten «Zombies» angegriffen. Jetzt hilft nur noch eines: ein gezielter Kopfschuss.

«Klar kenne ich dieses Spiel, es heisst "Resident Evil"», sagt Fünftklässler Andy. Das Game ist offiziell erst ab 18 Jahren freigegeben, aber Andy hat es ganz legal erworben mit dem monatlich erscheinenden «Offiziellen Playstation Magazin».

Dem Heft liegt jeweils eine CD mit Demoversionen verschiedener Spiele bei. Darunter befinden sich auch «indizierte» Spiele. Das sind Games, die zwar weiterhin verkauft werden dürfen, jedoch nur auf spezielles Verlangen. Werbung dafür ist verboten.

Zeitschriften wie «Play Station Zone», «PC-Action», «PC-Games» oder das «Offizielle Playstation Magazin» haben reissenden Absatz nicht zuletzt bei Kindern. Denn so kommen sie an Spiele heran, die sie gar nicht spielen dürften und sie sind immer über Neuerscheinungen auf dem laufenden.

Die Hefte kosten zwischen 12 und 20 Franken und das Geschäft läuft blendend. Andreas Klopfer vom Verlag Computec Media AG in Deutschland: «Wir verkaufen monatlich 154888 Exemplare von "PC-Action" und 288840 Ausgaben von "PC-Games".» Auch das «Offizielle Playstation Magazin» konnte kürzlich die verkaufte Auflage auf über 200000 Exemplare steigern.

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Gesetze fehlen

In Deutschland gibt es keine Gesetze, die den Verkauf von Spielmagazinen mit Demonstrations-CDs kontrollieren. Laut Angaben der verschiedenen Verlage hat es auch noch nie Ärger mit den Behörden oder Opposition von besorgten Eltern gegeben. Auch Roland Peter, Pressesprecher des Spieleherstellers Sony, erklärt: «Wir haben keine Probleme mit den diversen Videospielmagazinen.» Also werden weiterhin ganz legal Demoversionen von Spielen mit Altersbeschränkungen an Kinder und Jugendliche verkauft.

Behörden sind hilflos

Auch in der Schweiz ist der Gesetzgeber offenbar machtlos. Von den Demoversionen, die an Kiosken verkauft werden, erfuhren die Behörden erst durch den Beobachter. «Wir haben dieses Problem noch nie thematisiert», sagt Thomas Leins, Bezirksanwalt für Kinderschutz im Kanton Zürich.

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Und das, obwohl laut Sony in der Schweiz fast 200000 Playstationen über den Ladentisch gegangen sind und auch das Konkurrenzprodukt von Nintendo in rund 140000 Haushaltungen anzutreffen ist von den vielen Heim-PCs gar nicht zu reden.

Doch auch dieses Wissen scheint bisher nicht in die Amtsstuben vorgedrungen zu sein. Da ist es nur folgerichtig, dass die Zürcher Kantonspolizei das vom Beobachter zur Verfügung gestellte Material zwar gerne angeschaut hätte, es dann aber doch bleiben liess. Der Grund: Auf der ganzen Abteilung für Jugend- und Kinderschutz gibts keine einzige Playstation...

TIPS FUR ELTERN:

Spielkonsolen- und PC-Magazine können eine brauchbare Hilfe sein. Sie enthalten Testberichte, Inhaltsangaben und Wertungen zu den neu erscheinenden Spielen. Lassen Sie sich am Kiosk beraten. Einige der Computerspielhefte sind für zirka sechs Franken auch ohne Demo-CD erhältlich.

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Für das N64 von Nintendo gibt es keine Demoversionen in Zeitschriften, da die Spiele nicht auf Compact Discs, sondern auf Kassetten gespeichert sind. Zudem gibt es für das N64 eine grosse Anzahl von Titeln, die für Kinder geeignet sind.

Beachten Sie die Altersempfehlungen der deutschen Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK). Zu finden sind sie auf den Verpackungen der Spiele.

Kaufen Sie die Spiele gemeinsam mit Ihren Kindern. So sind Sie darüber im Bild, was später auf dem Bildschirm läuft.