Die Stiftungsaufsicht hat klar definierte Aufgaben: Sie prüft den Zweck einer neuen Stiftung, denn Stiftungen mit rechtswidrigen oder unsittlichen Zwecken sind nicht zugelassen. Ausserdem muss sie Rechnung und Jahresbericht kontrollieren.

Doch Sanktionen werden selten verhängt. Zwar könnte die Aufsicht Stiftungsräten, die nicht rechtmässig handeln, die Tätigkeit verbieten oder gar dafür sorgen, dass die Stiftung aufgelöst wird. Aber passiert ist das bisher kaum. Und das ist nicht die einzige Schwachstelle der Stiftungsaufsicht: Sie überprüft längst nicht alles, was die Spender interessieren könnte. Ob etwa eine gemeinnützige Stiftung wie die Rega zu Recht steuerbefreit ist, beurteilt die Stiftungsaufsicht nicht. Diesen Entscheid fällen die Steuerbehörden in einem anderen Departement. Doch diese wissen oft wenig bis nichts über die Stiftung.

Für Spenderinnen und Spender ist es wichtig, dass gemeinnützige Organisationen transparent sind. Nur: Es gibt keine stiftungsrechtlichen Regeln, die eine optimale Transparenz verlangen oder Ämterkumulationen verbieten. Die Stiftungsaufsicht kann das zwar bemängeln, aber das ist dann auch schon alles.

Die Stiftungsaufsicht nimmt eine Stiftung erst genau unter die Lupe, wenn beispielsweise durch die Presse Ungereimtheiten bekannt werden. Angesichts der Personalknappheit verwundert das nicht. Für die rund 1700 Stiftungen, die der eidgenössischen Stiftungsaufsicht unterstellt sind, stehen gerade mal sieben Personen zur Verfügung, die «einen Grossteil ihrer Arbeitszeit» der Aufsicht widmen. Viel mehr als oberflächliches Aktenstudium liegt da kaum noch drin.

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