Mensch, Natur, Technik» heisst das Thema der Weltausstellung Expo 2000, die vom 1. Juni bis zum 31. Oktober in Hannover über die Bühne geht. Die Schweiz ist mit einem spektakulären Projekt vertreten: dem «Klangkörper», einem riesigen Holzbau des Bündner Architekten Peter Zumthor.

Der Nachhaltigkeit so das Motto der Weltausstellung ist jedoch nicht nur der prestigeträchtige Bau verpflichtet. Eine Jury der Weltausstellung zeichnete zehn Schweizer Firmen und Organisationen für deren innovative Produkte aus.

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) etwa wurde für sein Mobilitätsmanagement und Alp Action für ihre Aufforstungen im Alpenraum geehrt. Weiter ausgezeichnet wurden die integrierten Photovoltaikzellen in Lärmschutzmauern von TNC (Männedorf ZH), die kompostierbaren Möbel-Stoffbezüge von Rohner Textil AG (Heerbrugg SG) und die Methangasvergärungsanlage von Kompogas (Glattbrugg ZH).

Auch die Entwicklungsorganisation Helvetas erhielt eine Auszeichnung allerdings unter der Flagge Paraguays. Das Projekt motiviert Kleinbauern zur effizienteren Lagerung der Maisernte dank einfacher Silotechnologie (siehe auch Beobachter 22/1996).

Bei der Kommunikation gepatzt

Diesen bunten Strauss an umweltfreundlicher Nachhaltigkeit werden die Besucher der Weltausstellung jedoch kaum wahrnehmen. Der Grund: Das Generalkommissariat für die Expo 2000 in Bern sieht sich ausser Stande, die zehn Projekte im 55 mal 55 Meter grossen Schweizer Pavillon unterzubringen.

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«Wir wurden zu einem Zeitpunkt informiert, als Peter Zumthors Pavillonkonzept bereits feststand», sagt die Medienbeauftragte Claire Schnyder Lüdi. Immerhin: Die zehn Firmen dürfen den VIP-Raum des Pavillons einen Tag lang zu Werbezwecken benutzen.

«Bei einem nicht unbescheidenen Expo-Budget von 25 Millionen Franken hätten wir mehr Unterstützung erwartet», sagt Thomas Nordmann von TNC. Auch bei Kompogas ist man über das magere Angebot der Schweizer Expo-Funktionäre verärgert. «Ein Tag im 50 Quadratmeter grossen VIP-Raum ist viel zu wenig», kritisiert Beat Sommavilla. «Für eine gute Präsentation brauchte es eine ständige Ausstellung im Pavillon, wie das zum Beispiel die Österreicher mit ihren ausgezeichneten Projekten machen.» Und bei der Rohner Textil AG wundert man sich, dass das Unternehmen anstelle einer Unterstützung sogar um Sponsoringbeiträge für den Schweizer Pavillon angegangen worden ist.

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Den verärgerten Ausgezeichneten bleibt ein Trost: Am Apero mit Bundespräsident Adolf Ogi vom 9. Juni dürfen sie ihren Ärger mit Champagner runterspülen.