Künstliche Vitamine erfreuen sich hierzulande grosser Beliebtheit: Jede sechste Frau und jeder zehnte Mann wirft laut Umfragen regelmässig eine Brausetablette ins Glas. Bei den relativ niedrig dosierten Produkten aus den Warenhäusern ist dies unproblematisch; bei den höher dosierten Präparaten aus der Apotheke sollte man sich aber beraten lassen.

Zusatzportionen an Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen kann man auch mit Functional-Food-Produkten zu sich nehmen. Der Begriff Functional Food ist relativ jung, das Prinzip aber, Nahrungsmittel gezielt anzureichern, ist alt: Die Ovomaltine gehört ebenso in dieses Segment wie das Schweizer Kochsalz, dem seit 1922 Jod zugefügt wird.

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In der Zwischenzeit hat sich die Palette von Functional-Food-Produkten massiv erweitert. In den Regalen stehen Joghurts, Drinks, Müesli, Margarine, Biskuits, Snackriegel oder Fruchtsäfte, die angeblich den Cholesterinspiegel stabilisieren, die Verdauung fördern oder die Knochenmasse erhalten. Die Fantasie der Entwickler ist grenzenlos, aber: Die Produkte dürfen nicht als Heilmittel verkauft werden.

Wie bei den Vitaminpräparaten gilt auch bei Functional Food: Eine einseitige Ernährung lässt sich damit nicht ausgleichen. Oder mit den Worten des Bundesamts für Gesundheit: «Functional Food kann eine bewusste Ernährungsweise im besten Fall sinnvoll ergänzen. Keinesfalls können damit gravierende Ernährungsfehler behoben werden.»

Wer genau wissen will, wie viel der Körper täglich von welchem Nährstoff benötigt, kann dies in einem Ratgeber nachlesen, den Ernährungsexperten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor kurzem herausgegeben haben: «Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr». Bestelladresse: Schweizerische Vereinigung für Ernährung, Postfach 565, 3004 Bern. Oder übers Internet: www.sve.org. Dort kann man auch persönlich Fragen zur Ernährung stellen.