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HyposcoutPresserat stützt Beobachter

Der Schweizerische Presserat hat am 5. Dezember 2018 über eine Beschwerde im Fall Hyposcout entschieden. Er stützt die Position des Beobachters.

von aktualisiert am 06. Dezember 2018

Unter dem Titel «Auf Schulden spezialisiert» berichtete der Beobachter am 26. Mai 2017 über die Kreditvermittlungsfirma Hyposcout und deren Verwaltungsratspräsident Robert Simmen. Die Firma warb immer wieder mit teuren TV-Spots, um Kunden und Investoren anzulocken. Der Bericht hielt fest, Simmen kämpfe mit Finanzproblemen. Auch seine neu gegründete Firma Gepag AG, die Anlegern angebliche Traumrenditen versprach, müsse er wegen Finanzengpässen durch den Verkauf von drei Luxus-Wohnungen in Zuoz stützen. Der Rechtsanwalt habe Schulden in Millionenhöhe, und sein Betreibungsauszug umfasse vier Seiten mit Forderungen von Bauhandwerkern. Der Beobachter zeigte Simmen und auch dessen Haus im Oberengadin, in dem er drei Wohnungen für 9,9 Millionen Franken anbot. 

In einer Eingabe an den Presserat beschwerte sich Simmen, der Bericht verletze seine Persönlichkeitsrechte, indem er ein Bild von ihm und eines seines Hauses in Zuoz zeigte und zudem seine finanziellen Verhältnisse beleuchte. 

In seinem Entscheid vom 5. Dezember wies der Presserat die Beschwerde nun vollumfänglich ab: Der kritisierte Bericht handle von den finanziellen Schwierigkeiten von Simmens Kreditvermittlungsfirma Hyposcout. Weil sich Simmen auf der Webseite seiner Firma zudem mit Foto an oberster Stelle öffentlich zeige, sei es zulässig, «identifizierend» über ihn zu berichten. «Tritt der Beschwerdeführer zweier Firmen öffentlich auf, von denen eine sich als Spezialistin der Immobilienfinanzierung darstellt, die andere spezialisiert ist, Problemliegenschaften zu erwerben, so darf auch über letztere berichtet werden», urteilte der Presserat, «und zwar auch bildlich.» Der Beobachter habe mit dem Artikel «Auf Schulden spezialisiert» journalistisch korrekt gehandelt.