Eine junge Mutter erhält netten Spitalbesuch und kurz darauf eine Rechnung der «Zentralstelle für Geburtenkontrolle». Die neue Tour ist ein fauler Trick.

Etwas gewundert hat sich Maja D. schon. Die junge Mutter lag zwei Tage nach der Geburt ihres Sohns Severin im Wochenbett des Spitals Wetzikon ZH. Gegen Mittag kam eine junge Frau in ihr Zimmer und fragte nach dem Namen des Kindes, Geburtsort sowie -zeit und wollte Angaben über die Eltern. «Natürlich war ich misstrauisch und fragte, wofür sie diese Daten brauche», sagt Maja D. Wenn das Kind etwas älter sei, gebe es dann ab und zu ein Geschenkpaket, antwortete die Unbekannte. Maja D. kennt diese Geschenke an junge Eltern: Schoppen, Pampers, Nuggi. «Die Sachen kann man ja gut gebrauchen», sagte sie sich.

Einige Tage später Mutter und Sohn waren wieder zu Hause erhielt die Familie Post von der Zentralstelle für Geburtenkontrolle (ZGK). Beigelegt: ein «Auszug aus dem Geburtenregister» mit Stempel und Unterschrift sowie eine Rechnung über 139 Franken. «Zwar sah alles offiziell aus», sagt Maja D., «aber wir ärgerten uns. Da bekommt man ein Kind und muss dafür auch noch bezahlen.»

Sie wählte die auf dem Brief angegebene 0900er-Nummer. Ein freundlicher Herr antwortete und erkundigte sich ausgiebig nach dem Befinden des Kindes und der Mutter. Nach längerem Gespräch stellte sich heraus, dass der Eintrag und damit das Bezahlen der Rechnung freiwillig sei. Was die junge Mutter zu spät bemerkte: Jede Minute dieser netten Plauderei kostete über zehn Franken!

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Und dass die junge Frau im Spital von der ZGK kam, war ihr jetzt auch klar. Diese Stelle hat nichts mit irgendeiner Behörde zu tun, sondern lediglich mit ein paar findigen Geldeintreibern. «Also raffiniert ist die Masche ja», sagt Maja D. Aber eben ein fauler Trick. Neben Wetzikon erhielt auch das Zürcher Universitätsspital Besuch von der ZGK beide Häuser geben an die Wöchnerinnen nun Merkblätter ab. Und die Stadtpolizei Zürich nimmt sich der Leute von der ZGK an.

Zum Beobachter waren diese im Übrigen überhaupt nicht zuvorkommend: Die schriftlich gestellten Fragen wurden nicht beantwortet.