Dieser Gast ist im Urnerland tatsächlich König: Spielend hat das Grossprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris, das in Andermatt Luxushotels, Ferienhäuser und Ferienwohnungen mit 3'000 Betten vorsieht (siehe Artikel zum Thema «Tourismus: Ade, du heile Heidiwelt»), jede Hürde genommen. Zum Schluss sind es noch drei Private, die Einsprache erhoben haben. Prominente Abwesende sind die Umweltschutzorganisationen - erstaunlich angesichts der Dimensionen des Projekts. Die lokalen Vertreter von Pro Natura, VCS, WWF, Mountain Wilderness, Heimatschutz und Stiftung für Landschaftsschutz teilten mit, dass sie trotz Vorbehalten die Pläne akzeptieren.

Christine Neff von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz findet hingegen: «Das Projekt ist eine Black Box. Es ist zu befürchten, dass da noch einiges an Unverhofftem auf die Urnerinnen und Urner und uns alle zukommt.» Sie nennt die Opposition vor Ort «lau», hat dafür aber gleichwohl ein gewisses Verständnis. Der Druck, der vor Ort ausgeübt werden könne, sei schon sehr gross. Als nationale Organisation aus der Distanz zu agieren sei da weniger delikat.

Pia Tresch von Pro Natura Uri indes glaubt nicht, zu wenig kämpferisch aufgetreten zu sein: «Wir haben bis jetzt keine rechtliche Handhabe, aber stets vor den Auswirkungen des Projekts gewarnt. Doch was sollen wir tun, wenn uns niemand hören will?» Diese Argumentation stösst jedoch ausgerechnet in den Reihen der Verbände sauer auf. Anonyme Kritiker sagen, man habe sich von den Befürwortern einschüchtern lassen - und fordern mehr Mut. Aber offenbar nur bei den anderen.