Deckname: André Zeller. Wohnsitz: fingiert – so verlangte Beobachter-Redaktor Ueli Zindel in sieben verschiedenen Kantonen einen Termin bei fünf Rechtsanwältinnen und 16 Rechtsanwälten. Gewünscht waren spezifische Auskünfte zu einem verfahrenen Nachbarschaftsstreit.

Zindel alias Zeller – seines Zeichens «Werbegrafiker und Freizeitrocker» – fühlt sich «von seinem Nachbarn bedroht». Dabei hatte alles ganz friedlich angefangen. Dem Nachbarn, Software-Entwickler Alois Walser, lag offensichtlich an einem guten Einvernehmen.

Bei einer Probe von Zellers Rockband empfahl sich Walser, Liebhaber von deutschen Schlagern, als Gastsänger. Leider entging ihm, dass die Band sich zusehends über ihn lustig machte. Als ihn ein Mitglied offen mit Spott bedachte, kränkte ihn dies zutiefst.

Seither, so Zeller, «ist der Teufel los». Walser parkiert schief in der gemeinsamen Garage, macht sich an Zellers Sicherungskasten zu schaffen, auf mysteriöse Weise stirbt Zellers Kätzchen. Zellers Gesprächsangebote schlägt der Nachbar in den Wind. Vorläufiger Höhepunkt: Walser beschimpft Zeller mit «Arschloch», «Huere Sourocker» und bespuckt ihn. Die zufällige Zeugin des Vorfalls konnte – noch – nicht ausfindig gemacht werden.
Zeller hat genug. Er sucht einen Anwalt. Wie stehen die Chancen in einem Ehrverletzungsprozess? Hat der Jurist bessere Vorschläge als einen Gang vor Gericht? Welche Entschädigung könnte für die getötete Katze eingefordert werden? Die Antworten auf Zellers Fragen fallen höchst unterschiedlich aus.

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