Ein Parkett aus kanadischem Ahorn? Ein Teppich aus reiner Schurwolle? Oder doch das gute alte Linoleum, das wieder im Trend liegt? Wer sich für einen Bodenbelag entscheiden muss, hat die Qual der Wahl.

Wer allein auf den Preis achtet, ist schlecht beraten. Denn ein Bodenbelag ist eine Investition auf zehn, zwanzig oder noch mehr Jahre. Über diesen Zeitraum kann ein Parkett für 150 Franken pro Quadratmeter weit günstiger sein als ein Laminatboden, der nur einen Drittel kostet.

Deshalb lohnt es sich, einige Überlegungen anzustellen, bevor man nach dem passenden Belag Ausschau hält:

  • Wird der Boden stark beansprucht? Im Wohnbereich sind die Belastungen grösser als in den Schlafzimmern; im Bad und in der Küche ist es feuchter.

  • Kann der Boden erneuert werden? Ein Parkett lässt sich mehrmals abschleifen – allerdings nur, wenn die Nutzschicht mindestens vier Millimeter beträgt. Ein Teppich dagegen kann kaum repariert werden.

  • Wie gross ist der Pflegeaufwand? Ein Teppich verschmutzt rascher und stärker als ein glatter Boden.

  • Wie wichtig sind Gesundheit und Ökologie? In vielen Belägen gibt es potenzielle Schadstoffe, vor allem Formaldehyd. Das Holz für Parkett stammt nur selten aus umwelt- und sozialverträglicher Produktion.

  • Welches Wohngefühl soll der Boden vermitteln? Wer viel barfuss in der Wohnung umhergeht, wird Korkplatten gegenüber Keramikplatten vorziehen.

  • Wie wichtig ist Schalldämmung? Ein Teppich absorbiert mehr Geräusche als ein Holzboden.


Erst wenn diese Fragen geklärt sind, sollte der Preis beziehungsweise das Verhältnis zwischen Preis und Lebensdauer ins Spiel kommen.

Die Materialwahl hat sich in den letzten zehn Jahren stark gewandelt, wie Erhebungen der Branchenverbände zeigen: Glatte Böden wie Holz oder Steinplatten haben aufgeholt gegenüber dem Teppich; sie machen heute rund die Hälfte aus.

Linoleum ist der Klassiker
Am markantesten zugelegt hat aber das Laminat – wohl nicht zuletzt wegen des günstigen Preises. Die deutsche Verbraucher-Initiative ist jedoch skeptisch, was die Haltbarkeit anbelangt: «Nach 15 Jahren ist meist Schluss, ein neuer Belag muss her.»

Besser schneidet das Linoleum ab: «Der Bodenklassiker überdauert durchaus 30 Jahre und rechnet sich so im Vergleich mit kurzlebigen Belägen.»

Wer glaubt, ein glatter Boden senke das Allergierisiko, irrt sich: Parkett zum Beispiel bietet den Hausstaubmilben zwar schlechtere Lebensbedingungen – doch der Staub wird stärker in der Luft herumgewirbelt und gelangt so rascher in die Atemwege. Teppiche binden Staub besser. Glatte Böden sind für Allergiker nur günstiger, wenn sie oft gereinigt werden – also nichts für Putzmuffel.