Umweltverträglich bauen ist möglich zu durchaus vernünftigen Kosten. Das erfordert allerdings eine umfassende Planung. Diese muss die gesamte Anlage des Hauses ebenso einbeziehen wie die verwendeten Materialien. Wer die Grundsätze der Nachhaltigkeit berücksichtigt, belohnt nicht nur die Umwelt, sondern auch sich selber mit einer gesteigerten Lebensqualität.

Heizung

Problem:

Erdöl ist ein begrenzter, nicht erneuerbarer Rohstoff und wird trotzdem in der Schweiz noch immer als wichtigste Heizenergie eingesetzt.

Alternativen:

Äusserst sinnvoll ist das Heizen mit Erdsonde und Wärmepumpe; mit der elektrischen Energie von einem Kilowatt lassen sich vier Kilowatt Wärme gewinnen. Eine gute Variante stellt auch das Heizen mit Erd- oder Flüssiggas dar, letzteres ist ein Abfallprodukt aus der Benzingewinnung. Der bedeutendste nachwachsende Bau- und Energiestoff in der Schweiz ist Holz. Eine einzelne Wohneinheit kann problemlos mit einer Stückholzheizung, also mit gepressten Holzabfällen aus Sägereien, beheizt werden. Für mehrere Wohneinheiten bietet sich die Schnitzelheizung mit Wärmespeicher an.

Isolation

Problem:

Für Fassadenisolationen werden heute meist Hartschaumplatten aus expandiertem Polystyrol (zum Beispiel Styropor) verwendet. Solche Platten sind zwar leicht zu verarbeiten, weil sie einfach zuzuschneiden sind und sich in sehr kurzer Zeit grosse Flächen isolieren lassen. Sie werden jedoch aus nicht regenerierbaren Rohstoffen der Chlor- und Erdölchemie hergestellt und müssen, gleich wie so genannte Sandwich-Wärmedämmplatten, als Sondermüll entsorgt werden.

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Alternativen:

Zu empfehlen sind Zellulosedämmstoffe (Recycling von Altpapier), Magnesit-Holzwolleplatten oder Dämmstoffe aus Schafwolle. Sinnvoll sind auch Korkplatten, die aber importiert werden müssen. Welches Material das Beste ist, hängt vor allem davon ab, wo isoliert werden muss (Aussenfassade, Decken oder Innenwände).

Grundrisse

Problem:

Wer in einem 30- bis 50-jährigen Haus lebt, weiss aus eigener Erfahrung: Küche, Bad und Kinderzimmer sind in aller Regel viel zu klein. Oft können solche Häuser nur mit grossem Aufwand an moderne Wohn- und Platzbedürfnisse angepasst werden.

Alternativen:

Es lohnt sich, bereits beim Bau oder Erwerb von Wohneigentum über die unmittelbaren Bedürfnisse hinaus zu denken. Im Vordergrund steht dabei die Frage: Lässt sich die Raumaufteilung ohne viel Aufwand möglichen künftigen Bedürfnissen anpassen, zum Beispiel wenn die Kinder ausgezogen sind oder wenn die Beweglichkeit eingeschränkt ist? Deshalb gilt: Je einfacher der Grundriss ist und je mehr nicht tragende Wände vorhanden sind, desto leichter lässt sich die Raumaufteilung verändern. Auch empfiehlt es sich, gleichartig genutzte Räume (Schlaf- und Wohnbereich) zusammenzufassen. Ausserdem werden Wohn- und Arbeitsräume mit Vorteil gegen Süden oder Westen orientiert, Schlafräume gegen Osten oder Westen. Nassräume sind wenn möglich an einem Ort zu konzentrieren, um den Installationsaufwand zu begrenzen.

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Wandbeläge

Problem:

Im Aussenbereich sind Kunstputze heute an der Tagesordnung. Sie lassen sich rasch verarbeiten und trocknen schneller. Doch aufgepasst: Diese Verputze enthalten in aller Regel Giftstoffe, die in die Umwelt entweichen. Auch im Innenbereich gilt es sehr genau zu klären, ob Farb- oder Kunststoffe den Verputzmaterialien beigemischt sind.

Alternativen:

Herkömmliche Wandverputze auf Kalkbasis sind organisch und deshalb gut umweltverträglich. Seit einigen Jahren immer mehr verbreitet ist der Baustoff Lehm. Er gilt als ökologischste Variante für das Verputzen von Aussen- und Innenwänden, da er praktisch vor jeder Haustür vorkommt. Und Lehm atmet, absorbiert Gerüche (Küche, Rauch) und sorgt gerade in Wohn- und Arbeitsräumen für ein äusserst angenehmes Raumklima.

Bodenbeläge

Problem:

Versiegelte Parkett- oder Linoleumböden sind zwar pflegeleicht, doch der Siegellack kann Giftstoffe enthalten. PVC-Kunststoffbeläge werden aus nicht erneuerbaren Rohstoffen der Erdölindustrie gewonnen und müssen meist mit Leimen auf den Unterlagsboden geklebt werden, die Schadstoffe enthalten. Kunststoffbeläge in Altbauten können Spuren von krebserregendem Asbest enthalten.

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Alternativen:

Parkettböden sollten entweder geölt werden, oder der Siegellack sollte giftstofffrei sein. Ökologisch wenig bedenklich sind auch Bodenbeläge aus Keramik sowie Natur- und Kunststeinen sofern sie nicht aus Brasilien oder sonstwo in Übersee stammen. Deshalb sollten einheimische Produkte bevorzugt werden.

Regenwassernutzung

Problem:

Kläranlagen und Flüsse sind bei starken Niederschlägen zusehends überfordert. Die Gefahr von Überschwemmungen nimmt zu, und die Betreiber von Kläranlagen müssen Geld in teure Auffangbecken für das Regenwasser investieren.

Alternativen:

Grundsätzlich gilt es, Regenwasser dorthin zurückzuführen, wo es war, bevor gebaut wurde ins Grundwasser. Nicht jede Versickerungsanlage ist gleich effizient: Eine 30 Zentimeter dicke Humusschicht baut die im Regenwasser enthaltenen Schadstoffe bakteriologisch ab und hat einen ebenso hohen Wirkungsgrad wie eine zehn Meter dicke Schicht aus Kies und Sand. Ausserdem empfiehlt es sich, das Regenwasser zu sammeln und damit den Garten zu bewässern.

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