Am Anfang des Desasters stand der Wunsch nach frischen Pommes frites: Walter Knecht (Name geändert) aus Bern wärmte Frittieröl auf, verliess die Küche und vergass den Öltopf. Bis es plötzlich flackernd orange durch die Glastür schimmerte. Ohne zu überlegen, goss er Wasser in die Flammen. Es kam zur Explosion. Das Feuer war zwar gelöscht, doch die heftige Russwolke, verursacht durch die unsachgemässe Löschung, richtete enorme Schäden in der Wohnung an.

«Jeder achte Brand beginnt am Herd», warnt Kurt Steck von der Beratungsstelle für Brandverhütung in Bern. Walter Knecht hätte den Brand besser mit einer Löschdecke erstickt. Steck: «Löschdecken sind flammensicher und können auf die brennende Fritteuse gelegt werden.» Ein passender Pfannendeckel oder ein nasses Tuch haben dieselbe Wirkung. Löschdecken sind auch ein wirksames Mittel gegen brennende Adventskränze.

Jährlich brechen in Schweizer Wohnhäusern 15'000 Brände aus, die Schadenssumme beträgt insgesamt rund 160 Millionen Franken. Jeder vierte Brand wird durch elektrische Apparate und Anlagen ausgelöst, denn viele Elektrogeräte erzeugen Wärme und sind daher im wörtlichen Sinn brandgefährlich. Jeden Tag geht ein Fernsehgerät in Flammen auf.

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Eine Löschdecke taugt allerdings nur zum Löschen von kleineren Bränden. Brennt ein grösseres Gerät, hilft ein Feuerlöscher am effektivsten. «Zuvor sollte man aber den Stromstecker herausziehen oder die Sicherung abschalten», rät Kurt Steck. Andernfalls könnte der Strom auf den Anwender überspringen – ausser der Schaum- oder Pulverlöscher ist für elektrische Anlagen zugelassen. Feuerlöscher müssen alle drei Jahre gewartet werden, wenn sie bei einem Brandfall zuverlässig funktionieren sollen.

Gefährlich wird es, wenn der Fernseher auf Stand-by geschaltet ist und nachts zu brennen beginnt. «Die Brandgase des Kunststoffgehäuses sind hochgiftig. Nur wenige Atemzüge, und der schlafende Mensch wacht nie wieder auf», sagt Kurt Steck. Daher sollte der Fernseher immer ausgeschaltet sein. So wird auch die Stromrechnung entlastet, denn der Stand-by-Modus ist ein regelrechter Stromfresser.

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Guten Schutz vor Bränden gewährleisten auch Haushaltsrauchmelder. Sie sind batteriebetrieben und werden unter die Zimmerdecke gehängt. Im Gegensatz zu den Brandmeldeanlagen von Spitälern oder Bürogebäuden wird der Alarm nicht nach aussen weitergeleitet. Demnächst sollen auch Funkmelder für den Hausgebrauch auf den Markt kommen: Bei Rauch im Kinderzimmer wird der Alarm ins Elternschlafzimmer weitergeleitet.

Haushaltsrauchmelder können eine sinnvolle Anschaffung sein. Manche Geräte haben aber einen Nachteil: Weil sie nicht zwischen Zigarettenqualm, Wasserdampf und Brandgasen unterscheiden können, kann es zu Fehlalarmen kommen.

Beratungsstelle für Brandverhütung: www.bfb-cipi.ch