Die meisten Menschen wohnen immer komfortabler. Die Wohnfläche pro Kopf ist in den letzten 20 Jahren von 34 auf 45 Quadratmeter gestiegen. In jedem Haushalt sind mindestens zwei Dutzend strombetriebene Geräte und Motoren im Einsatz. Die Fensterstoren werden nicht mehr mit Muskelkraft betrieben, sondern auf Knopfdruck, gleich wie das Garagentor. Jeder Raum lässt sich einzeln beheizen, falls gewünscht bis 25 oder noch mehr Grad.

Wohnen wir deshalb auch immer gesünder? Keineswegs. Je dichter die Gebäudedämmung, desto mehr Reizstoffe aus Farben, Isolationen, Wand- und Bodenbelägen, Möbeln oder Zigarettenrauch sammeln sich im Innern. Je mehr Elektrogeräte den Alltag erleichtern, desto mehr Elektrosmog entsteht. Die Folge: Unser Immunsystem kollabiert regelmässig. Wohnbedingte Beschwerden wie Schlafstörungen, Allergien oder Atemnot sind heute so verbreitet wie Geschirrspüler und Glaskeramikherd.

Doch auch ausserhalb der eigenen vier Wände leidet die Lebensqualität. Vor allem der Lärm schlägt aufs Gemüt: Zwei von drei Menschen in der Schweiz fühlen sich von ihm belästigt. Der Lärm des Strassenverkehrs wird zusammen mit den Autoabgasen als grösstes Umweltproblem im Land wahrgenommen. Wer es sich leisten kann, zieht aufs Land – und weitet damit die verkehrsbedingte Beschallung noch mehr aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt von «Lärmverschmutzung» und fordert ein «Recht auf Ruhe».

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Dieses Beobachter-Special zeigt auf, wie sich Wohnkomfort und Lebensqualität umwelt- und gesundheitsverträglich verbinden lassen. Der Ökoboom bei Produkten des Alltags belegt, dass die Zeit reif dafür ist. Wohl ist nachhaltiges Bauen und Wohnen etwas teurer. Doch es gibt reichlich Anreizsysteme. Und bald schon wird sich zeigen, dass diese Bauweise Mehrwert schafft. Wohnen Sie gut!