«Zeige mir, wie du wohnst, und ich sage dir, wer du bist.» Bereits Christian Morgenstern schloss von der Behausung auf den Bewohner. Und das macht man oft noch heute: Die Wohnform zeigt den sozialen Status des Besitzers an. Wer sich Eigentum leisten kann, ist jemand - zumindest in gewissen Kreisen. Wer sich aber nur wegen des Status für eine Wohnform entscheidet, begeht möglicherweise einen folgenschweren Fehler. Die rechtlichen Probleme, mit denen sich Stockwerkeigentümer und Hausbesitzer zuweilen herumschlagen müssen, können Nerven und Geld kosten.

Der Eigentümer eines Hauses kann zwar nie aus seinen vier Wänden geworfen werden - und er kann darin mehr oder weniger tun und lassen, was er will, etwa Wände abreissen, neu streichen oder durchbrechen. Und dies, ohne einen Vermieter fragen zu müssen. Nur, was nützen Status und Freiheit, wenn man sich immer wieder mit Bauunternehmern, Architekten und Handwerkern herumschlagen, Vertragsverhandlungen führen und sich bei Werkmängeln durchsetzen muss? Unter Umständen liegt man sich auch jahrelang mit Nachbarn über Grenzabstände oder ein Wegrecht in den Haaren. Da wird die grosse Freiheit des eigenen Hauses schnell zur lästigen Fessel.

Nicht besser geht es mitunter dem Stockwerkeigentümer. Für eine Eigentumswohnung zahlt man zwar weniger als für ein Einfamilienhaus, weil die Grundstückserwerbskosten geteilt werden können. Auch der Stockwerkeigentümer ist in seinen vier Wänden sein eigener Herr und Meister. Doch welch Ärger, wenn die Nachbarin, auch sie Stockwerkeigentümerin, ihr lärmiges Klavierspiel partout nicht von der Nacht auf den Abend vorverlegen will! Der Ärger wird noch grösser, wenn die Stockwerkeigentümerversammlung es ablehnt, die Nachtruhe in der Hausordnung auf 21 Uhr festzusetzen.

Die grosse Freiheit

Der Mieter hat es da am einfachsten. Stört ein Nachbar mit regelmässigen nächtlichen Streitereien, kann er nach erfolglosem Gespräch mit dem Störenfried dem Vermieter einen Brief schreiben und diesen bitten, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Anderseits muss der Mieter wohl oder übel allfällige Sanierungen hinnehmen und deswegen etwa mit einer Mietzinserhöhung, im schlimmsten Fall gar mit der Kündigung rechnen. Da er aber im Normalfall in die Wohnung kaum Geld investiert hat und somit ungebunden ist, kann er sich, wenn es ihm nicht mehr passt, einfach eine neue Bleibe suchen.

Bevor Sie sich also für ein trautes Eigenheim im Grünen, die mondäne Eigentumswohnung in der Agglomeration oder für eine Stadtwohnung entscheiden, sollten Sie nicht nur die Vorteile, sondern auch die möglichen Nachteile der verschiedenen Wohnformen ins Auge fassen.

Welcher Wohntyp sind Sie?

1. Wie reagieren Sie auf Lärm Ihres Nachbarn?

  • Alle brauchen Ruhe. Aber Wohnen verursacht auch Lärm. Solange der Lärmpegel nicht konstant zu laut ist, macht mir das nichts aus. (3 Punkte)
  • Lärm stört mich nicht. Da ich öfter Gäste zu Besuch habe, bin ich ohnehin tolerant. (1 Punkt)
  • Ich bin lärmempfindlich, Ruhe ist mir wichtig. (2 Punkte)

2. Halten Sie Haustiere?

  • Wir besitzen gleich mehrere Haustiere. (2 Punkte)
  • Ja, wir haben ein Aquarium mit Zierfischen. (3 Punkte)
  • Ich halte ein oder kein Haustier. (1 Punkt)

3. Wie lösen Sie Nachbarschaftskonflikte?

  • Ich konfrontiere den anderen sachlich mit dem Problem und versuche, eine praktische Lösung zu finden. (2 Punkte)
  • Hitzige Köpfe finden selten eine gute Lösung. Deshalb gehe ich dem Problem aus dem Weg. (1 Punkt)
  • Eine Mehrheitslösung bringt am meisten. (3 Punkte)

4. Wo kaufen Sie Ihre Einrichtungsgegenstände ein?

  • Im Designerladen. (3 Punkte)
  • In einem grossen Möbelmarkt. (1 Punkt)
  • Beim Antiquitätenhändler. (2 Punkte)

5. Der Wasserhahn im Badezimmer tropft: Was tun Sie?

  • Ich greife zur Werkzeugkiste. Bis jetzt konnte ich noch immer alles selbst reparieren. (2 Punkte)
  • Da muss ein Sanitär ran. Ich bin absolut kein guter Handwerker. (3 Punkte)
  • Ich nerve mich weiter. Der Hahn tropft schon ein halbes Jahr. (1 Punkt)

6. Wie stehts bei Ihnen mit Sparen?

  • Als Doppelverdiener legen wir jeden Monat einiges auf die Seite. (3 Punkte)
  • So viel, wie reinkommt, geht halt regelmässig auch wieder raus. (1 Punkt)
  • Das meiste gesparte Geld geht bei uns für Ferienreisen drauf. (2 Punkte)

7. Wie alt sind Sie?

  • Um die 32 Jahre. (1 Punkt)
  • Um die 42 Jahre. (2 Punkte)
  • Ich bin bereits oder bald pensioniert. (3 Punkte)

8. Haben oder wollen Sie Kinder?

  • Ja. (2 Punkte)
  • Ich möchte (vorläufig) keine Kinder. (1 Punkt)
  • Unsere Kinder sind schon seit längerer Zeit aus dem Haus. (3 Punkte)

9. Wie viel Vermögen haben Sie?

  • Weniger als 110'000 Franken oder gar keins. (1 Punkt)
  • Über 110'000 Franken. (3 Punkte)
  • Ich besitze Aktien und Bargeld im Wert von über 150'000 Franken. (2 Punkte)

10. Welche Lebensform entspricht Ihnen am ehesten?

  • Ich mag es, einfach in den Tag hinein zu leben und nicht an morgen denken zu müssen. (1 Punkt)
  • Ich brauche ein geregeltes Leben. Konstanz verleiht dem Leben erst die nötige Würze. (2 Punkte)
  • Ich brauche jeweils nach ein paar Jahren wieder eine neue Herausforderung. (3 Punkte)

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Auflösung


10-17 Punkte: der Wohnungsmieter
Sie binden sich nur ungern langfristig und suchen sich regelmässig eine neue Bleibe. Sie möchten kein finanzielles Risiko eingehen und bevorzugen tiefe Fixkosten. Statt an eine neue Kücheneinrichtung zu denken, investieren Sie Ihr Gespartes lieber in Städtereisen oder für Ferien im Fernen Osten. Gegenseitige Toleranz ist für Sie selbstverständlich. Deshalb greifen Sie nicht sofort zum Besen und drängen Ihren Nachbarn durch mahnendes Klopfen zur Ruhe, wenn dieser kurz nach 22 Uhr noch festfreudigen Besuch hat.

18-23 Punkte: der Einfamilienhausbesitzer
Sie haben über 150'000 Franken Kapital auf die hohe Kante gelegt und können sich endlich den Traum vom Eigenheim erfüllen. Trotz der finanziellen Belastung verdienen Sie genug, um mit der Familie mindestens einmal pro Jahr in die Ferien zu verreisen. Sie bevorzugen Ruhe und Natur und nehmen es gerne in Kauf, mit Ihrem Auto fünf Minuten bis zur nächsten Einkaufsgelegenheit zu fahren. Sie brauchen keine Handwerker, wenn Unterhaltsarbeiten im und ums Haus anstehen: Das machen Sie mit Vorliebe selbst.

24-30 Punkte: der Stockwerkeigentümer
Sie haben mindestens 110'000 Franken gespart oder sich Gelder aus der zweiten und dritten Säule beschafft, um sich mit Ihrem Partner eine Eigentumswohnung zu kaufen. Durch das Stockwerkeigentümerreglement sind Sie in Ihren Rechten zwar eingeschränkt, sind aber fähig, sich bei Eigentümerversammlungen falls nötig durchzusetzen. Als geselliger Typ trinken Sie mit Ihrem Nachbarn gerne auch mal am Wochenende ein Bier im Garten und diskutieren dabei über den Bau des traktandierten Biotops.