Peter Bruggmann aus Uzwil SG versteht die Welt nicht mehr. Vor knapp einem Jahr verlieh der Trägerverein Energiestadt seiner Wohngemeinde das Energielabel, weil sie nachhaltige Energiepolitik betreibt und erneuerbare Energien fördert. Gerade diese Gemeinde lehnt Bruggmanns Baugesuch für ein stromerzeugendes Kleinwindrad ab. «Dabei war es die Auszeichnung, die mich erst recht zum Handeln motiviert hat», sagt der Uzwiler.

Anfang 2008 hat Bruggmann die Idee, eine Windanlage in seinem Garten aufzustellen und damit jährlich zehn Prozent seines Stromverbrauchs abzudecken. Seine einfache Baueingabe scheint zu Beginn laut mündlicher Zusicherung der Baukommission kein Problem. Doch als er seinen Nachbarn über das Vorhaben informiert, reicht dieser bei der zuständigen Kommission Einsprache ein. In seinem Schreiben beanstandet er den visuellen Aspekt und sorgt sich um möglichen Lärm, der entstehen könnte.

«Das würde das Ortsbild stören»

Bruggmann kann den zweiten Punkt in einer Stellungnahme entkräften. Er nimmt Rücksprache mit zwei Windradbesitzern in Engelburg und Diepoldsau, die bereits mehrere Jahre problemlos eine entsprechende Anlage mitten im Wohngebiet betreiben. Beide bestätigen, dass stärkere Geräusche bloss dann entstehen, wenn es regelrecht stürmt. Und dann seien die Böen lauter als das Rad selbst. Trotzdem lehnt die Baukommission das Gesuch ab. Die Gründe: mögliche Lärmbelästigung und Überschreitung der baulichen Abstandsvorschriften um 1,5 Meter. «Der zweite Vorwurf ist nur deswegen entstanden, weil ich meinem Nachbarn entgegenkommen wollte und die Stelle für das Windrad umpositioniert habe», erklärt Bruggmann. Gemeindepräsident Werner Walser äussert sich dazu kurz angebunden: «Wir befürchten, dass am Ende jeder so eine Anlage aufstellen möchte. Das würde das Ortsbild stören.» So viel zum Thema Energiestadt.

Peter Bruggmann will trotz allem nicht aufgeben: «Ich werde ein zweites Baugesuch eingeben, bei dem ich die Abstandsvorschriften einhalte.»

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