Ein älteres Reihenhaus in Zürich bietet Heranwachsenden Freiräume und Möglichkeiten zum Rückzug.

«Das Wohnen ist mir viel wert», sagt Jeannette Blank und führt durch das Haus, das sie mit ihren drei Kindern bewohnt. Die Küche hat sie in Eigenregie renoviert. Sie konnte, wie sie sagt, dieses «potzgruusige» Braun nicht mehr sehen. Also hat die 43-Jährige die Fronten der Möbel ersetzen lassen; die Fliesen hat sie eigenhändig herausgespitzt und durch neue ersetzt.

Als die allein erziehende Mutter 1987 eine neue Bleibe suchte, hörte sie von der Stiftung für kinderreiche Familien in Zürich. Ein Glücksfall: Im Auzelg im Norden Zürichs vermietet die Stiftung rund 120 preisgünstige Reihenhäuser. «Es war paradiesisch», blickt Jeannette Blank zurück. Ihre Kinder waren damals zwei-, vier- und sechsjährig. Rund ums Haus ist viel Grün und ein grosser Spielplatz, in der Nähe liegt der Wald.

Als Alleinerziehende lag ihr am neuen Ort die Unterstützung im Umfeld am Herzen: «Überall standen die Türen offen, die Kinder waren einmal bei diesen, einmal bei jenen Nachbarn.» Umgekehrt bewirtete und hütete auch sie andere Kinder. Im Auzelg hat es eine Quartierschule, einen Kindergarten sowie Hort und Krippe. Die Überbauung ist in sich geschlossen und praktisch frei von Autoverkehr.

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Den zentralen Treffpunkt im Haus stellt die Küche dar, wo die Kinder Hausaufgaben erledigen und von ihrem Alltag erzählen und wo die Familie Gäste empfängt. Als der Nachwuchs grösser wurde, wuchs auch das Bedürfnis nach Rückzugsmöglichkeiten und räumlicher Trennung. Insofern hat sich das Haus bewährt. Ein weiterer Vorzug: Vom Entrée gelangt man direkt ins Obergeschoss. «Die Kinder können nach Hause kommen, ohne dass mein Kontrollblick überall hin reicht.»

Dank des handwerklichen Geschicks der Mutter verwandelte sich das 4-Zimmer-Reihenhaus in ein Gebäude mit sechs Zimmern: Einen Schopf im Erdgeschoss, eigentlich als Geräte- oder Veloraum gedacht, hat sie selbst ausgebaut zu einem Entrée sowie einem abgetrennten Gästezimmer. Weiter hat Jeannette Blank den Keller zu einem Schlafraum ausgebaut, so dass jetzt jedes der drei Kinder oben sein eigenes Zimmer hat. «Ich schätze es, dass ich mit meinen Kollegen eine Game-Night abhalten kann», sagt der 17-jährige Benni. Und Nanina, 19, betont: «Wenn es bei mir zu laut ist, ist mir lieber, wenn mir das der Bruder und nicht die Mutter sagt.»

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