Kaum ein anderer Ort eignet sich besser für grossartige Auftritte. Der Papst, Queen Elizabeth II. und Romeos Julia wissen das schon lange und nutzen das luftige Terrain. Aus gutem Grund: Auf einem pompösen Balkon wirkt jede noch so unscheinbare Person erhaben und glamourös wie Juan Perón, der vom Balkon aus Argentinien erobert hat.

Zugegeben: Ein durchschnittlicher Balkon hat nicht derart feudale Ausmasse wie der «grosse Balkon» des Buckingham-Palasts. Zudem nutzen ihn die wenigsten Menschen für einen Auftritt. Ein Rundgang durchs Quartier zeigt vielmehr: Viele halten den Balkon für eine private Müllhalde, manche für ein Katzenklo, andere für den diebstahlsicheren Parkplatz ihrer Velos. Dabei liesse sich mit einigen Kniffen aus jedem Balkon ein kleines Naherholungsgebiet machen:

  • Erarbeiten Sie ein Konzept, bevor Sie Möbel und Pflanzen einkaufen. Weil der Platz begrenzt ist, hilft eine Skizze.

  • Stimmen Sie den Balkon auf die Atmosphäre des Innenraums ab: Zur modern eingerichteten Wohnung passt kein folkloristisches Laubsägenidyll.

  • Das Mobiliar sollte wetterfest und leicht zu verstauen sein. Zusammenklappbare Tische und Stühle bieten sich an.

  • Vor den Blicken der Nachbarn schützen Schilfstrohmatten, Markisenstoffe oder Rankgerüste mit Kletterpflanzen.

  • Achten Sie auf den Bodenbelag: Ein Holzlattenrost kann Wunder wirken.

  • Nicht vergessen: Grössere Eingriffe sollten Sie mit dem Vermieter besprechen.


Wer bei der Bepflanzung zudem darauf achtet, dass sich die Blütenpracht gestaffelt entfaltet, hat das ganze Jahr über Freude an den Farbtupfern: im Januar Schneeheiden, im Frühling schwarze Tulpen, im Oktober Stiefmütterchen. Und wer sein Pflanzenarrangement nicht jedes Jahr aufs Neue durchplanen will, hält sich an Stauden, also Pflanzen mit mehrjähriger Lebensdauer, von denen sich viele auch für den Balkon eignen. Sie sind zwar teurer als einjährige Gewächse, dafür treiben sie Jahr für Jahr.

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Tipps für verschiedene Geschmäcker

Damit aus dem Balkon eine grüne Oase wird, gilt es ein paar Punkte zu beachten:

  • Ist Ihr Balkon schattig, sonnig oder beides? Windig oder geschützt? Für die Auswahl der Pflanzen ist das wichtig: Am besten sind Balkone, die nach Osten oder Westen ausgerichtet sind. Aber auch für nördlich und südlich gelegene Balkone gibt es Pflanzen, die kühlen Schatten schätzen oder lieber in der prallen Sonne schmoren.

  • Beziehen Sie bei der Begrünung Ihres Balkons Wände und Decken mit ein: Kletterpflanzen oder Blumenampeln können für Atmosphäre sorgen.

  • Ordnen Sie die Töpfe richtig an: hinten die grossen Pflanzen, vorne die kleinen. Ein Blütenmeer kommt am besten vor einem grünen Laubhintergrund zur Geltung.

  • Wird Ihr Balkon von Kindern oder Haustieren genutzt, sollten Sie auf giftige Pflanzen verzichten.

  • Auch auf dem kleinsten Küchenbalkon hat ein Kräutergarten Platz. Zitrusfrüchte, Johannis-, Erd- und Himbeeren wachsen problemlos in Töpfen.

  • Wichtig ist das Innenleben eines bepflanzten Topfes: Nehmen Sie für die unterste Schicht fünf bis zehn Zentimeter Leka-Kugeln oder Kies und bedecken Sie die Schicht mit einem Trennvlies. Füllen Sie mit Kübelpflanzenerde auf und setzen Sie den gewünschten Sprössling. Mit diesem Aufbau vermeiden Sie Wurzelfäulnis.

  • Wenn Sie oft verreisen, sind hilfsbereite Nachbarn oder automatische Bewässerungsanlagen ein Muss. Unabhängig vom Lebenswandel des Besitzers müssen die fünf Grundbedürfnisse der Pflanzen gedeckt sein: Licht, Luft, Nährstoffe, Wasser und Wärme.


  • Harmlose Zimmer- und Balkonpflanzen:
    www.toxi.ch (PDF)
  • Liste unproblematischer giftiger Zimmer- und Balkonpflanzen: www.vetpharm.uzh.ch
  • Liste giftiger Garten- und Wildpflanzen:
    www.toxi.ch (PDF)