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GartenRefugium für bedrohte Arten

Bild: Getty Images

Tiere im heimischen Garten zu beobachten macht Freude. Schon wenige einfache ­Massnahmen reichen, und der Garten wird zu einem Refugium für bedrohte Arten.

von Reto Westermann

Ordentlich und sauber präsentiert sich die Mehrheit der Hausgärten in der Schweiz. Doch viele Tierarten fühlen sich in den aufgeräumten Gärten nicht wohl. Oft reichen schon kleine ­Mittel, um Igeln, Eidechsen, Schmetterlingen und Vögeln einen geeigneten Lebensraum ­direkt vor der Haustür zu schaffen:

Laub- und Ästehaufen

Igel im Gestrüpp (Bild: Olivier)
Quelle: Olgierd Rudak

Igel sind in unseren Breitengraden selten ­geworden. Ein Grund dafür sind sterile, auf­geräumte Gärten. Ein wurmreicher Komposthaufen als Nahrungsquelle sowie einfache ­Haufen aus Reisig, Ästen oder Laub in einer ­geschützten Ecke des Gartens schaffen ein kleines Paradies für Igel. Zudem dürfen keinerlei Gifte im Garten eingesetzt werden. Eine gute Lebens­umgebung dankt das kleine, stachlige Lebewesen dann mit der unermüdlichen Jagd auf Schnecken, die für die meisten Gartenbesitzer ein Ärgernis sind.

Weitere Infos:
www.igel.ch
www.pro-igel.ch

Brennnesselsträucher

Raupen des Tagpfauenauges auf Brennnessel (Bild: Thinkstock Kollektion)
Quelle: Olgierd Rudak

Damit sich Schmetterlinge und ihre Raupen im Garten wohl fühlen, brauchen sie gute Lebensbedingungen. Brennnesselsträucher beispielsweise sind die Nahrungsquellen für Raupen von Schmetterlingen wie dem Kleinen Fuchs, dem Tagpfauenauge oder dem Admiral. Finden sie Brennnesseln im Garten, lassen sie andere Pflanzen auch eher in Ruhe. Für ausgewachsene Schmetterlinge sind nektarreiche Pflanzen wichtig wie Salweide, Schwarzdorn oder Pfaffenhütchen. Geeignet ist auch der ursprünglich aus Asien stammende Sommer­flieder. Dieser bedrängt durch seine schnelle Ausbreitung aber heimische Pflanzen.

Weitere Infos:
www.schmetterlinge.ch
www.natur-schmetterlinge.ch

Steinmauern und -haufen

Zauneidechse (Bild: Albertus teolog)
Quelle: Olgierd Rudak

Reptilien wie die heimischen Zauneidechsen brauchen Wärme und Verstecke. Ein locker geschichteter Steinhaufen oder eine Steinmauer mit vielen Ritzen und Spalten an einer gut besonnten Stelle ist ein optimaler Lebensraum für diese Tiere. Auf Steinhaufen und -mauern fühlen sich auch Schmetterlinge wie der Mauerfuchs sehr wohl. Achtung: Sind Katzen in der Nähe, muss das Refugium mit einem Maschengitter eingefriedet werden, um die Eidechsen zu schützen.

Weitere Infos:
www.echsenfreunde.de

Hummelburg

Hummel (Bild: Vera Buhl)
Quelle: Olgierd Rudak

Die gelb-schwarz gestreifte, pelzige Hummel zählt zu den fleissigsten Tieren im Garten: ­Innert zehn Stunden besucht sie bis zu 1000 Blüten und schlägt damit sogar die Biene. Damit es der Hummel im Garten besonders gefällt und sie für eine gute Bestäubung der Blüten sorgt, kann man ihr eine sogenannte Hummelburg bereitstellen. Im Fachhandel sind Modelle aus Holz oder Keramik zu finden, im Internet gibt es Bauanleitungen für Heimwerker. Wichtig ist, die Öffnung der Burg nach Osten auszurichten und dafür zu sorgen, dass der Behälter am Mittag nicht zu heiss wird.

Weitere Infos:
Bezugsquelle: www.denk-keramik.de
Selberbauen: www.hymenoptera.de

Beerensträucher und Nistkästen

Vogelkirsche (Bild: MPF)
Quelle: Olgierd Rudak

Fehlende Unterschlupfmöglichkeiten und zu wenig Nahrung halten Vögel von vielen Gärten fern. Sträucher, Hecken und Büsche zum Nis­ten sowie Sträucher mit Beeren wie Traubenkirsche oder Vogelkirsche schaffen deshalb gute Voraus­setzungen für Vögel im eigenen Garten. Anziehend sind auch Wasserflächen als Nahrungsquelle. Für spezielle Vogelarten wie zum Beispiel Mauersegler kann man zudem Nistkästen am Haus anbringen. Achtung: Leben Kinder im Haushalt, sollten nur für Menschen ungiftige Beeren gepflanzt werden. Wichtig ist es zudem, Nisthilfen so anzubringen, dass Katzen sie nicht erreichen können.

Weitere Infos:
www.vogelwarte.ch

Gartenteich

(Bild: Thinkstock Kollektion)
Quelle: Olgierd Rudak

Der Bau eines Gartenteichs ist zwar aufwendig, lohnt sich aber: Frösche und Molche schätzen solche Wasserflächen, denn sie sind immer auf der Suche nach neuem Siedlungsraum. Doch auch sonst ist ein Gartenteich eine Bereicherung: Schon nach kurzer Zeit zieht er Libellen, Wasserflöhe, kleine Krebse und Wasserschnecken an. Ein Gartenteich sollte mindes­tens 15 Quadratmeter Fläche und eine Tiefe von 50 Zentimetern haben. Aber auch kleinere Teiche können bereits wertvollen Lebensraum bieten. Achtung: Leben kleine Kinder im Haushalt, muss der Teich gesichert werden.

Weitere Infos:
Sicherheit im Garten: www.bfu.ch
Infos zu Fröschen und zum Bau von Gartenteichen: www.froschnetz.ch

Weitere Infos

Tipps rund um die Schaffung von Lebensräumen im Garten:

Veröffentlicht am 2012 M02 28