Hermetschwil-Staffeln AG | 6. Gürtel der Agglomeration Zürich | Einwohner: 1109 | Bevölkerungswachstum seit 1990: +79 Prozent | Ausländeranteil: 8 Prozent | Baulandpreis für ein Einfamilienhaus: 364 Franken pro Quadratmeter

04-06-burger.jpgHammergut, Heinrütiweg, Schöneggstrasse: So heissen die Stationen, die an Burgers vorbeiziehen, wenn sie nach Zürich einkaufen gehen. Halt auf Verlangen. Die Reise mit Bus und S-Bahn dauert mindestens eine Stunde. Deshalb wählen Burgers meist das Auto. «Wir sind auf das Auto angewiesen», sagt Nicole Burger.

Vor drei Jahren zogen Thomas und Nicole Burger-Nauer, beide 27, nach Hermetschwil-Staffeln. «Wir erwarteten Nachwuchs und suchten ein Haus auf dem Land», sagt Nicole Burger. Sie fanden ein ehemaliges Bauernhaus, am äussersten Rand der Agglomeration Zürich. «Hier kann ich meine Kinder besser beschützen, ein Leben in der Stadt war für uns nie ein Thema», sagt sie. Inzwischen ist die Familie auf vier Köpfe angewachsen: Sohn Noël ist drei, Tochter Shania eineinhalb. Bis in die fünfte Klasse werden sie im Dorf zur Schule gehen.

Das Paar wollte kein Reiheneinfamilienhaus. Als Landschaftsgärtner weiss Thomas Burger, dass in Siedlungen Streitigkeiten häufig sind. «Der Kontakt mit Nachbarn ist uns sehr wichtig, aber eine gewisse Distanz und Privatsphäre müssen sein», sagt er. Zum Haus gehören 14 Aren Land. Die Aussicht auf das Kloster und die Reuss kann kein Nachbar mehr verbauen.

Thomas Burger schätzt die Ruhe als Ausgleich zum hektischen Berufsleben. Mutter Burger ist bei den Landfrauen, der Vater in der Feuerwehr, beide sind in der Elternvereinigung. So lernten sie ihre Nachbarn kennen. «Würden wir uns nicht aktiv engagieren, hätten wir viel weniger Kontakt mit anderen im Dorf», sagt Thomas Burger. Statt ins Kino, in die Disco oder das Konzert in der Stadt geht die Familie lieber ans Spaghettiessen oder an das Fussballturnier im Dorf. «Das ist mit den Kindern einfacher und bringt uns mehr», so Burger.

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