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Philipp Alfred Dubach, 26
Jus, Universität Freiburg (6. Semester)

«Im Herbst will ich für den Master an die Uni Bern wechseln. Zwar wird dort mein Bachelor akzeptiert, aber ich werde wahrscheinlich nicht alle meine Kreditpunkte nach Bern retten können. Mein Kurs in Steuerrecht wird mir wohl nicht angerechnet.

Dass beim Wechsel an eine andere Universität erbrachte Leistungen verloren gehen, ärgert mich. Im Rahmen von Bologna wurde uns mehr Mobilität versprochen – doch der Kantönligeist ist geblieben. Die Universitäten behalten sich vor, die Abschlüsse anderer Hochschulen zu prüfen: So können einem Bachelorabsolventen bereits geleistete Kurse aberkannt oder zusätzliche auferlegt werden.

Ich habe das Gefühl, dass der Austausch zwischen den Universitäten im Moment sogar schlechter funktioniert als vor der Umstellung. An sich befürworte ich Bologna, aber bei der Umsetzung hapert es noch. Das System müsste viel stärker zentralisiert werden, damit die versprochene Mobilität auch wirklich gewähr-leistet ist. Die Reform ist sinnlos, wenn jede Uni weiterhin macht, was sie will.»

18-05-uni-sarah.jpgSarah Meyer, 22
Geschichte, Universität Bern (2. Semester)

«Unsere Fakultät stellt im Herbst auf Bologna um. Wie der Studiengang, insbesondere das Masterstudium, in Zukunft aussehen wird, weiss noch niemand im Detail. So weiss ich noch nicht, wie viele Kreditpunkte mir für die absolvierten Kurse angerechnet werden. Auch die Studienberatung konnte mir bis jetzt nichts Genaues sagen.

Besonders ärgerlich ist für mich, dass ich noch immer nicht weiss, ob ich das Nebenfach Medienwissenschaften in Freiburg belegen kann. Um ein Nebenfach an einer anderen Universität zu besuchen, braucht es eine Bewilligung beider Dekanate. Bis anhin war das kein Problem, aber hier in Bern steht noch nicht fest, wie das Studium ab Herbst organisiert sein wird. Bei jeder Anfrage ans Dekanat wurde mir etwas anderes versprochen – die Bedingungen ändern sich laufend. Um solche Komplikationen zu vermeiden, hätte es nicht geschadet, wenn mit der Umstellung noch ein Jahr zugewartet worden wäre.»

18-05-uni-ralf.jpgRalf Banholzer, 21
BWL, Universität St. Gallen (4. Semester)

«Dass Bologna in St. Gallen bereits reibungslos funktioniert, hat bei meiner Universitätswahl eine wichtige Rolle gespielt. Wenn ich später im Ausland arbeiten will, ist ein zweistufiges Studium von Vorteil – so wie es in englischsprachigen Ländern üblich ist. Beim Lizenziat muss man ausländischen Arbeitgebern immer viel erklären, und sie trauen dem Abschluss dann doch nicht ganz.

Ich wohne im Raum Zürich, doch ein Umzug nach St. Gallen ist aus persönlichen Gründen nicht möglich. Deshalb wäre es praktischer, den Master an der Universität Zürich zu machen. Ein Wechsel kommt für mich aber nicht in Frage, denn in Zürich ist die Situation im Moment sehr unübersichtlich: Seit letztem Jahr gibt es in meinem Fach zwar einen Bachelorstudiengang, aber einen Master werden die Zürcher so schnell nicht anbieten. Und ein Abschluss im alten System ist für mich undenkbar. In St. Gallen weiss ich, was mich erwartet; zudem kann ich darauf zählen, dass mein Studium planmässig über die Bühne geht.»

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