Während die Banken offensiv um die Gunst junger Eigenheimkäufer werben, haben es Senioren schwerer, einen Hypothekarkredit zu bekommen. Zum einen erreichen die Zahlungen von AHV und Pensionskasse zusammen meist nicht die Höhe des früheren Lohns. Zum anderen verkürzt sich mit zunehmendem Alter die verbleibende Lebenszeit, in der ein Schuldner seine Hypothek amortisieren kann.

Als Anhaltspunkt für die Hypothekarvergabe dient den Banken die so genannte 120er-Regel. 120 minus das Alter des Schuldners ergibt die Höhe der Belehnung: Wer im Alter von 40 Jahren eine Hypothek beantragt, dem finanziert die Bank bis zu 80 Prozent des Kaufpreises, mit 70 Jahren sind es nur noch 50 Prozent. Bei strikter Anwendung dieser Regel bleiben Senioren nur zwei Möglichkeiten: Sie akzeptieren die tiefere Belehnung und gleichen sie durch einen höheren Anteil an Eigenkapital aus – oder aber sie bitten ihre Kinder, eine Vereinbarung über eine solidarische Schuld zu unterschreiben. Ein Weg, den ältere Leute jedoch oft scheuen, da er einer Bevormundung ähnelt (siehe auch Artikel zum Thema «Hypotheken: Bau, schau, mit wem»).

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